Erwin Walk – ein Urgestein ist tot

Das Bad Hersfelder Urgestein Erwin Walk ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Er besuchte die Volksschule, davon vier Jahre bei Wilhelm Neuhaus, und lernte von 1935 an Schriftsetzer bei der Hersfelder Zeitung.

Gleich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 wurde er eingezogen und war zunächst Funker und dann bis zum Kriegsende bei den Fallschirmjägern im Einsatz. Er überlebte den Krieg mit einer Verwundung. Danach wurde er sofort wieder als Schriftsetzer bei seiner HZ eingesetzt. Später arbeitete er im Hause als Korrektor.

Bei seiner Hersfelder Zeitung engagierte er sich bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahre 1985 zwanzig Jahre im Betriebsrat – einige davon auch als Vorsitzender. Zudem war er 40 Jahre lang Gautschmeister. Das Gautschen ist ein handwerklicher Brauch, mit dem ausgelernte Drucker und Schriftsetzer in den Rang von Gesellen erhoben werden.

Auch nach seinem Übergang in den Ruhestand blieb Walk der HZ treu und karikierte weiterhin als Baatsche Välde das Hersfelder Stadtgeschehen – insgesamt 25 Jahre lang. In den neunziger Jahren gestaltete er das Bad Hersfelder Jahresheft und verfasste mehrere Mundartsammlungen. Noch vor einigen Jahren belieferte er die Redaktion mit Geschichten aus längst vergangenen Tagen, die in einer Rubrik „Vor hundert Jahren“ fast täglich abgedruckt wurden.

1946 gründete Walk mit Heinrich Liebermann in Bad Hersfeld die Industriegewerkschaft Druck und Papier. 1954 trat er in die SPD ein.

Von 1965 bis 1989 war Erwin Walk Kommunalpolitiker, davon acht Jahre Stadtrat. Ihm wurde der Titel Ehrenstadtrat verliehen. Er war von 1975 an mehr als zwei Jahrzehnte Versichertenältester der Arbeiterrentenversicherung. Das Amt des Schiedsmannes bekleidete er von 1983 an für viele Jahre.

Für seine Leistungen als Mitglied der AOK-Vertreterversammlung erhielt Walk den Ehrenbrief des Landes Hessen. (rey)

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