Hinter den Kulissen: Für den „Sturm“ wird hinter den Kulissen hart gearbeitet

Erstes Treffen unterm Fell

Wasser, marsch! Requisiteurin Suse Walkowiak lässt Luftgeist Ariel Wasser speien.

Bad Hersfeld. Eine Wand aus Kartons, die plötzlich zusammenbricht, ein Wasser speiender Luftgeist Ariel und zwei Schauspieler, die minutenlang aufeinander unter einem vermeintlichen Schaffell ausharren müssen: Um das Publikum des Familienstücks „Der Sturm“ zu begeistern, haben die Helfer hinter der Bühne einiges zu tun, und die Schauspieler natürlich auch.

Über 80 Pappkartons stapeln die Bühnenbauer aus dem Team von Harald Koblenz vor Beginn jeder Vorstellung aufeinander. Eine halbe bis Dreiviertelstunde benötigen sie dafür. Als „Aufstieghilfe“ dienen dabei auch die Kulissen-Würfel aus „Show Boat“. Die Kartons sind mit Styropor verstärkt, schließlich laufen die Darsteller im Stück auch darauf herum.

Mit Kanister aufs Gerüst

Fixiert wird die Mauer von Stoffbahnen, deren Enden in kleinen Löchern im hölzernen Bühnenboden verschwinden. Unter der Bühne sitzen dann Sergej Schermal und seine Kollegen und halten die Mauer mit Seilen fest. Das sei ganz schön anstrengend, gerade wenn es windig ist. Ein Lichtsignal gibt schließlich das Zeichen zum Loslassen – und auf der Bühne stürzt das Gebilde krachend in sich zusammen.

Ebenfalls unsichtbar für das Publikum, aber wichtig für viele Szenen im „Sturm“ ist Requisiteurin Suse Walkowiak. Sie lässt zum Beispiel Luftgeist Ariel Wasser speien und Wasser aus den Ärmeln fließen. Mit einem Kanister destilliertem Wasser und einem Schlauch sitzt sie in gut zwei Metern Höhe auf einem Gerüst und gießt pünktlich aufs Stichwort das Wasser in den Schlauch, der mit einem zweiten Schlauch verbunden ist, den Ariel beziehungsweise Patrizia Margagliotta unter ihrem Kostüm versteckt hat. „Wir haben das ausprobiert und sind mittlerweile ein eingespieltes Team“, erklärt Walkowiak. Wichtig ist aber nicht nur das „Wasserlassen“ und -stoppen zum richtigen Zeitpunkt, auch die Körperposition Ariels muss stimmen, sonst läuft das Wasser nicht durch. Nach der Szene muss Margagliotta den Schlauch dann schnell wieder loswerden.

Für die Requisiteurin ist die Arbeit hinter den Kulissen des „Sturms“ damit jedoch nicht beendet, sie klettert noch eine Etage höher und wirft eine Rose auf die Bühne. Auch für die Holzbalken, die im Stück über die Bühne rollen, ist sie verantwortlich – und den Luftballon, der am Ende das Verschwinden Ariels darstellt.

Von Nadine Maaz

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