Joshua Steinberg hat auf seiner Tour nach Kapstadt Afrika erreicht

Erste Fahrten am Strand

Auf dem Weg nach Afrika: Joshua Steinberg am Strand von Valencia in Spanien. Foto: Steinberg

Valencia. Dieser Bericht wird an einem Strand der spanischen Südküste verfasst. Gegen 21 Uhr sitze ich bei aufgehendem Mond an die XT gelehnt und schaue aufs Meer. Es sind 20 Grad und der Benzinkocher ist dabei das Teewasser zu erhitzen. Die Gedanken schweifen über die vergangenen Tage. Es war nicht immer so einfach…

Kurz nach dem Start fängt es in Höhe Alsfeld bei eisigen Temperaturen zu regnen an. Fahrer und Bike werden hart rangenommen. Jeder Tropfen fühlt sich bei dem offenen Motocross Helm wie ein Nadelstich an. Da kommt mir der Begrüßungstee bei Philipp in Marburg gerade recht. Am nächsten Morgen werden die Schrauben festgezogen, die ich bei der letzten Inspektion vergessen habe.

Suppe, Brot und Medizin

Die nächsten Etappen führen zu Freunden nach Mannheim und Stuttgart, dann geht es nach Frankreich. Hinter der französischen Grenze will ich auf einem Parkplatz mein Mittagessen zu mir nehmen. Bevor ich jedoch den Benzinkocher rausholen kann werde ich vom neben mir parkenden rumänischen Trucker auf Suppe, Brot und „Medizin“ (Selbstgebrannten) eingeladen. Die Abfahrt muss aufgrund der verabreichten Medizin um eine Stunde verzögert werden.

Sturz im Wald

Im Wald bei Besançon stürze ich auf der Suche nach einem Schlafplatz mit der Yamaha. Ständer gebrochen, Koffer verbogen. Abgefangen hat den Sturz letztendlich der Ölkühler.

Tags darauf wird es kühler. Ich fahre bei frischen Temperaturen Richtung Nîmes und lege mich, zu faul einen Schlafplatz zu suchen, in den Stadtpark einer französischen Kleinstadt hinter Lyon. Vom Regen geweckt hängt zu allem Überfluss ein „fermé“ am nächsten Bäcker. Frühstück fällt aus. Weil mein hinterer Bremskolben hängt, fahre ich die nächste freundlich aussehende Werkstatt an. Die „Route 88 Garage“ stellt mir spontan ihr Werkzeug, Bremsflüssigkeit und den Meister zur Verfügung. Nach 30 Minuten ist der Bremskolben eingeschliffen und die Empörung über meine Frage nach den Kosten groß. Nach ein paar Tipps vom wüstenerfahrenen Chef mache ich mich auf den Weg in die Cevennen. Ich fahre gegen die Wetterfront in die Berge. Nach einem Wolkenbruch finde ich kurz vor der Dunkelheit einen verlassenen Campingplatz mit überdachter Terrasse.

Nächster Morgen. Das Wetter hat sich wenig geändert. Ich ärgere mich ein bisschen den Regenkombi in Stuttgart gelassen zu haben. Warten hilft nichts. Es wird alles angezogen was da ist und Abfahrt. Wenn es nicht gerade regnet umfängt mich der dichte Nebel der Wolken. Den Abend verbringe ich dann wohlverdient am Strand in Argelès sur Mer.

Nächster Tag: Sonne. Jetzt beginnt der entspannte Teil der Tour. Die nächsten vier Tage surfe ich die Costa Brava entlang bis Malaga. Unterwegs kann ich all die Vorzüge der spanischen Ferienorte nutzen: Süßwasserduschen am Strand, Fitnessparks und in jeder Bar kostenloses WLAN und Tapas. Alles wie ausgestorben im November. Auch die ersten Sandfahrten werden auf den schier endlosen Stränden geübt. Wenn dann mal die Polizei freundlich auf die asphaltierte Infrastruktur neben den Stränden hinweist kann ich mich mit den Worten „No habla Espanol“ (Ich spreche kein spanisch) retten. Mit einem Grinsen lassen sie mich gewähren.

Inzwischen hat Joshua Steinberg Afrika erreicht.

Von Joshua Steinberg

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