Rosemarie Creutzburg besuchte mit Helmut Klein ihr Patenkind in Kenia

Das erste eigene Spielzeug

Rosemarie Creutzburg und Helmut Klein besuchten das neue Patenkind der Rentnerin, Mwanamisi Ali, in Kenia. Dort ist es Brauch, dass ein Gast, der neu in der Familie ist, gemeinsam mit einem Familienmitglied von einem Teller ist. Foto:privat

Bad Hersfeld/Kenia. An einem sonnigen Tag versammelten sich in einem abgelegenen Dorf in Kenia alle Einwohner, um zwei ganz besondere Gäste zu empfangen. Rosemarie Creutzburg und Helmut Klein aus Bad Hersfeld waren zu Besuch bei ihrem neuen Patenkind Mwanamisi Ali in dem kleinen Ort in Kenia. Die Patenschaft wurde über das Kinderhilfswerk Plan vermittelt.

Ein Faible für Kenia

„Wir waren schon sechs Mal in Kenia“, berichtet die 70-Jährige. Sie hatte im Januar Geburtstag und wünschte sich einen Besuch bei ihrem neuen Patenkind. „Ich bin jetzt seit November die Patin von Mwanamisi und wollte sie unbedingt mal besuchen“, ergänzt sie. Rosemarie Creutzburg und ihr Lebensgefährte Helmut Klein haben beide ein Faible für Kenia und besuchen schon seit sieben Jahren das afrikanische Land.

„Zu unseren ersten Partnerschaften kamen wir über das Fernsehen. Da gab es eine Sendung über das Thema und direkt danach schlossen wir beide dann 1998 jeweils eine Patenschaft ab“, erklärt Creutzburg.

Rosemarie Creutzburg und Helmut Klein gehören beide der Aktionsgruppe Plan an, die Patenschaften für Kinder übernimmt, aber auch beim Aufbau von Schulen und Krankenhäusern hilft. Als Paten unterstützt man die Organisation mit 28 Euro im Monat.

„Als wir in Kenia waren, hat man uns auch das dortige Plan Büro sowie ein Krankenhaus und eine Schule gezeigt, die von der Aktionsgruppe unterstützt werden“, berichtet die 70-Jährige. Außerdem habe sie vor dem Besuch im Dorf der achtjährigen Kenianerin noch auf einem Markt Lebensmittel für die gesamte Familie eingekauft. Über dieses Geschenk freute man sich in dem abgelegenen Dorf besonders.

Glücklich mit der Puppe

Doch ein Mitbringsel bleibt Rosemarie Creutzburg für immer im Gedächtnis: „Ich hatte für gerade einmal 2,50 Euro eine Puppe gekauft. Als Mwanamisi diese dann von mir bekam, setzte sie sich auf ein Tuch auf dem Boden und fing an, die Puppe zu kämmen und sah dabei sehr glücklich aus.“ Das sei das erste Mal gewesen, dass Mwanamisi ein richtiges Spielzeug geschenkt bekommen habe.

Beim darauffolgenden Essen folgte die Familie dem Brauch, dass die Person die neu in der Familie ist, von dem selben Teller wie ihre Bezugsperson isst. So wurde die Hersfelderin durch dieses gemeinsame Ritual mit Mwanamisi in die Familie eingeführt.

Ein weiterer unvergesslicher Moment für die Rentnerin war eine gemeinsame Safari mit Kindern des Dorfes. „Die Kinder haben da zum ersten Mal Elefanten, Löwen und Giraffen gesehen, also Tiere die eigentlich direkt vor ihrer Haustüre leben“, erzählt sie.

Doch die Familien seien zu arm, um einen Besuch in einem Tierreservat zu finanzieren. Dies wiederum ist einer von vielen Gründen für Rosemarie Creutzburg und Helmut Klein, die Aktionsgruppe Plan und ihre Patenkinder weiter zu unterstützen.

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Von Philip Streck

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