Hersfelderin wegen Brandstiftung zu Freiheitsstrafe und Unterbringung verurteilt

Erst trinken, dann zündeln

Bad Hersfeld/fulda. Wegen schwerer Brandstiftung verurteilte die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Fulda eine 59 Jahre alte Frau aus Bad Hersfeld zu zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe sowie der Unterbringung in einer Entziehungseinrichtung.

Die Frau hatte am 12. Dezember vergangenen Jahres in Bad Hersfeld in einem von ihr bewohnten Mehrfamilienhaus vor der Tür einer Nachbarin Feuer gelegt. Die Flammen hatten bereits bis zu einer Höhe von anderthalb Metern auf den hölzernen Türrahmen übergegriffen, ehe das Feuer von Mitbewohnern gelöscht werden konnte.

Wie die mehrtägige Beweisaufnahme, bei der sieben Zeugen und ein Sachverständiger gehört wurden, ergab, hatte die Tat keinen persönlichen Hintergrund. Vielmehr neigt die schwer alkoholkranke Angeklagte offenbar dazu, im angetrunkenen Zustand zu zündeln. Soweit sie sich erinnern konnte, war die 59-Jährige geständig.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Josef Richter ging mit ihrem Urteil weit über die Anträge von Verteidigung und Staatsanwaltschaft hinaus. Sowohl Rechtsanwalt Bernd Pfläging (Kassel) wie auch Staatsanwältin Christina Dern hatten jeweils anderthalb Jahre Freiheitsstrafe gefordert.

Erfolg sicherstellen

Das Gericht begründete seine abweichende Entscheidung jedoch damit, durch die Länge der Strafe den Erfolg der erforderlichen Therapie sicherstellen zu wollen. (ks)

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