Wochenendporträt: Oliver Steinhoff ist seit Jahren als Elvis-Imitator erfolgreich

Erst Schlosser, jetzt King

Elvis Presley, der King of Rock’n’Roll, bestimmt sein Leben: Oliver Steinhoff, in Bad Hersfeld geboren und in Eiterfeld aufgewachsen, ist als Elvis-Imitator erfolgreich. Foto: nh

Bad Hersfeld/Eiterfeld. „Ich bin nicht irgendein Elvis-Imitator, sondern der Elvis-Imitator.“ Oliver Steinhoff hat hohe Ansprüche an sich selbst, und durchaus Erfolge vorzuweisen.

„Dafür habe ich zehn Jahre lang richtig hart gearbeitet“, sagt der gelernte Schlosser, der in Bad Hersfeld geboren wurde und dann in Eiterfeld aufgewachsen ist.

Die Liste seiner Auszeichnungen ist lang: 2007 wurde Steinhoff Europameister der Elvis Imitatoren, -Darsteller und -Doubles, 2011 erhielt er einen Award als bester Elvis in Las Vegas (USA), 2012 errang er den 3. Platz von 126 Elvis-Darstellern weltweit in Collingwood (Kanada) und im gleichen Jahr wurde er zum „Besten Las Vegas Elvis“ in Porthcawl (UK) gekürt. Aus dem vergangenen Sommer stammt ein weiterer Titel als Grand Champion „Penticton“ in Kanada.

Was mit ersten Auftritten auf Geburtstagen oder Hochzeitsfeiern begann, ist längst ein Hauptberuf geworden. „Das, was wir machen, ist hohe Kunst“, stellt der gebürtige Bad Hersfelder vor seinem Auftritt im Casino Hohensyburg in Dortmund klar. „Es reicht nicht, sich einen weißen Anzug anzuziehen und ein paar Moves zu machen.“ Dabei ist Steinhoff nicht nur Künstler und Produzent. Vom Flyerdruck bis zur Bestuhlung bei seinen Auftritten hat er meist alles im Blick.

Mit dem Elvis-Presley-Fieber infiziert wurde Steinhoff in jungen Jahren ganz zufällig von seiner Cousine. „Ich war dort zu Besuch und sie spielte mir eine Platte des King of Rock’n’Roll vor“, erinnert sich Steinhoff. „Elvis begleitet mich eigentlich schon mein ganzes Leben lang.“

Zwischen der Kunstfigur und der Privatperson unterscheidet Steinhoff trotzdem strikt. „Privat laufe ich nicht wie Elvis rum und ich mähe zu Hause ganz normal den Rasen, wie jeder andere auch“, sagt Steinhoff. „Es gibt ja Leute, die das auch im Alltag durchziehen.“

Auf keinen Fall aber will er mit Amateuren in eine Reihe gestellt werden. „Alle wollen die Nummer eins sein, aber das ist ohnehin der King selbst“, sagt Steinhoff. „Ich bin eine Kopie, aber ich bin die beste Kopie Deutschlands.“ Was aber nicht heißt, dass er keinen anderen Elvis neben sich duldet. Für seine aktuelle Show „Elvis live in concert“ hat er Pete Storm ins Boot geholt, der ebenfalls als einer der besten Tribute-Künstler gilt.

Auf der Bühne gibt Steinhoff richtig Gas und ist nicht nur Sänger, sondern auch Entertainer. Er unterhält das Publikum mit Anekdoten und flotten Sprüchen, die Damen beglückt er mit Küsschen und benutzten Handtüchern. Und nicht nur in Deutschland ist Steinhoff gefragt. Dieses Jahr stehen Shows in England und Spanien auf dem Programm.

Unter anderem anhand von Videoaufzeichnungen sucht Steinhoff immer wieder nach Möglichkeiten, sich weiter zu verbessern. „Es ist leicht, nach oben zu kommen, aber sehr schwer, oben zu bleiben“, weiß der gebürtige Bad Hersfelder. 60 bis 120 Auftritte absolviert er pro Jahr. In seine Darbietungen versuche er stets auch etwas von sich selbst einzubringen: „Das fängt bei einem gut sitzenden Anzug an.“ Oliver Steinhoff ist Profi durch und durch; Fotos in der Garderobe oder Homestorys sind nicht erwünscht. Auch sein Alter mag der gebürtige Bad Hersfelder nicht so gerne verraten, gesteht aber: „Ich bin ein Jahr älter, als Elvis je geworden ist.“ Der King starb mit 42 Jahren.

Der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere sei in jedem Fall der Auftritt in Las Vegas gewesen, sagt Steinhoff. Dort, wo auch Elvis einst auf der Bühne stand und in der Garderobe saß.

Die Verbindung in die alte Heimat hat Steinhoff nie ganz verloren. „Ich habe noch Kontakt zu meiner Kindergärtnerin und meinem alten Lehrmeister“, erzählt er schmunzelnd. Auf Geburtstagen oder Firmenfeiern tritt er heute jedoch nur noch selten auf – denn die Gagen sind mit dem Erfolg gestiegen.

Von Nadine Maaz

 

 

 

Kommentare