Bad Hersfelder Festspiele 2011: Geplante Sparmaßnahmen waren nicht zu halten

Erst runter, jetzt wieder rauf

Bad Hersfeld. Der wegen des hohen Defizits der vergangenen Spielzeit um eine Million Euro zusammengestrichene Wirtschaftsplan der Bad Hersfelder Festspiele 2011 ist bereits Makulatur und wird schon vor der Verabschiedung des städtischen Haushalts am kommenden Donnerstag entsprechend korrigiert.

Das wurde gestern Abend im Haupt- und Finanzausschuss deutlich, als die Verwaltung eine Veränderungsliste vorlegte, die den Etat des Theaterfestivals um rund 400 000 Euro auf nunmehr 4,7 Millionen Euro steigen lässt.

Insbesondere der ursprüngliche Ansatz für die Personalausgaben von 980 000 Euro ließ sich bei sieben für die kommende Spielzeit geplanten Produktionen nicht halten und wurde auf 1,7 Millionen Euro angehoben. Das ist etwas mehr als der Betrag, der Intendant Holk Freytag in diesem Jahr zur Verfügung stand. Auch in den Vorjahren hatten die Personalausgaben schon zwischen 1,2 und 1,4 Millionen Euro gelegen.

Kein Wunschdenken

Gedeckt werden die jetzt absehbaren Mehrausgaben zum einen durch eine Erhöhung des städtischen Zuschusses auf etwas mehr als eine Million Euro und Mehreinnahmen beim Kartenverkauf.

Die sind diesmal nicht nur Wunschdenken, sondern Realität: Wie Karl Schmidt, Leiter der Festspielverwaltung, dem Ausschuss berichtete, ist die Nachfrage deutlich besser als vor Jahresfrist. Für den Kloster-Krimi „Der Name der Rose“ gebe es bereits Engpässe, so dass man über zwei oder drei Zusatzvorstellungen nachdenke. Die müssten allerdings wegen des engen Terminplans um Mitternacht stattfinden.

Eingespart werden im Festspieletat die für „Eventmarketing“ gedachten 250 000 Euro. Wie Schmidt weiter erläuterte, sei nicht nur die Suche nach einer geeigneten Agentur schwierig, sondern auch der Zeitpunkt viel zu spät, um für die Spielzeit 2011 noch erfolgversprechende Konzepte zu entwerfen.

Auf Boehmers Geheiß

Der Spar-Etat für die Festspiele 2011 war dem Vernehmen nach auf Geheiß von Alt-Bürgermeister Hartmut H. Boehmer zustande gekommen, der nach dem Minus des vergangenen Festspielsommers von mehr als einer Million Euro eine Einsparung um eben diesen Betrag erzielen wollte.

Zuschuss für Oper bleibt

Alles beim Alten bleibt hingegen bei der städtischen Unterstützung für die vom Arbeitskreis für Musik (AfM) veranstaltete Oper in der Stiftsruine und die Festspielkonzerte. Unter Hinweis auf ein Schreiben des AfM, in dem Zufriedenheit mit dem gegenwärtigen Zuschuss von 57 000 Euro bekundet wurde, lehnte die SPD-Mehrheit im Ausschuss einen Antrag der Fraktionsgemeinschaft ab, der eine Erhöhung des Postens um 13 000 Euro zum Ziel hatte.

In diesem Zusammenhang verwies auch der amtierende Bürgermeister Lothar Seitz auf die dem AfM zusätzlich gewährten Sachkosten und weitere Leistungen.

Von Karl Schönholtz

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