Brandruinen, die lange Zeit stehen bleiben, sind oft ein Problem

Erst die Katastrophe, dann der Schandfleck

Hersfeld-Rotenburg. Wenn es brennt, dann ist das schon schlimm genug: Gebäude und Werte werden vernichtet, mitunter kommen Menschen oder Tiere zu Schaden. In vielen Fällen bleibt nach der Katastrophe zudem ein Schandfleck: Brandruinen, an denen sich über eine lange Zeit nichts tut, gibt es auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Beispiel Niederaula: Am 30. Januar 2009 brannte in der Hauptstraße in einem wahren Flammen-Inferno eine leerstehende Gaststätte aus, die zuletzt als Asylantenheim genutzt wurde. Zwei Kinder hatten gezündelt.

Vier Jahre danach hat sich hier immer noch nichts getan. Der Eigentümer denkt zwar über Nutzungsmöglichkeiten nach, doch konkret sind seine Pläne nicht.

Beispiel Haunetal-Neukirchen: Ebenfalls mitten im Dorf richtete am 18. Oktober vergangenen Jahres ein Feuer in einem Fachwerkhaus eine halbe Million Euro Schaden an. Wann die Ruine in der Hauptstraße abgerissen werden kann, ist ungewiss. Denn noch sucht die Polizei den oder die Brandstifter.

Die Versicherung hat eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt. Der Schandfleck an exponierter Stelle trübt auch die Stimmung in Neukirchen, denn Ende August feiert das Dorf sein 750-jähriges Jubiläum.

Was aus der Klosterschänke in Bad Hersfeld werden wird, weiß im Moment auch noch niemand. Nach dem Großbrand vom 24. Januar dieses Jahres war zwar schnell vom Wiederaufbau die Rede, doch kam es zwischen dem Wirt und der Bauaufsicht zu Differenzen. Mittlerweile wurde immerhin der Abrissantrag für die historische Gaststätte gestellt.

Dass der Wiederaufbau nicht in jedem Fall zur Hängepartie werden muss, zeigt jedoch das Beispiel des abgebrannten Sägewerks Hahn in Rotenburg.

Von Karl Schönholtz

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