Bürgerversammlung zur Erneuerung der Wehneberger Straße – Anwohner fragten

Erst Frust, dann Lust

Während der Sperrung der Wehneberger Straße wird der Verkehr in Richtung Homberger Straße vom Schillerplatz (rechts unten) durch den Seiler- und den Vlämenweg geführt (rote Markierung). In die Gegenrichtung können die Auto- und Lkw-Fahrer zunächst der derzeitigen Verkehrsführung folgen, dann gilt die Trasse über die August-Gottlieb- und die Benno-Schilde-Straße (grüne Markierung). Die Straßenführung, hier auf einem alten Luftbild gezeigt, entspricht also der, die vor dem Umbau der Dippelstraße galt. Verlegt werden während der Bauphase auch die Bushaltestellen.

Bad Hersfeld. Die gute Nachricht für die Anwohner der Wehneberger Straße hatte Bürgermeister Hartmut H. Boehmer gleich zu Beginn der Bürgerversammlung: Sie werden nicht an den Kosten für die Erneuerung der Leitungen und der Straße beteiligt. Bezahlt werden müsse allenfalls der Anteil, der für eine möglicherweise notwendige Erneuerung der Hausanschlüsse anfalle.

Eine weitere gute Nachricht ist, dass die Menschen in der Wehneberger Straße während der Bauzeit zumindest vom Verkehrslärm verschont bleiben, wenn auch nicht vom Baulärm. Der Lärm bereitet den Anwohnern allerdings noch die geringsten Sorgen. Das wurde in der anschließenden, von Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rolf Göbel moderierten Diskussion deutlich.

So fragten die Inhaber der Bäckerei Keim, wo denn bitte ihre Kunden während der Bauzeit parken sollten. Sie befürchten, dass Parkplätze um die Ecke einfach zugestellt werden und dass die neu geschaffenen Flächen hinter der Jahnhalle zu weit weg sind, um sich mal eben schnell mit frischem Backwerk zu versorgen.

Bürgermeister Boehmer versicherte, dass die Baufirmen größte Rücksicht auf Anlieger und Geschäfte nehmen würden. „Dafür verbürgen wir uns“, versprach er. „Wir werden das Kind schon schaukeln.“

Schwierig wird es dagegen für einen Anwohner der Straße Am Frauenberg, der just Mitte Mai dort sein Haus umbauen will und dafür einen Kran benötigt. Der Kran jedoch ist so breit, dass dafür die Straße gesperrt werden müsste. Das ist aber nicht möglich, weil sie eben von der Feuerwehr genutzt werden muss. Noch laufen Terminabstimmungen, doch machte Boehmer deutlich, dass Privatinteressen nicht gegenüber dem Allgemeinwohl durchgesetzt werden könnten.

Verkehr neu regeln

Im Umfeld der Baumaßnahmen liegt auch die Kreuzung Dippelstraße, Wehneberger Straße und Untere bzw. Obere Frauenstraße. Die dortige Ampelregelung, vor allem das Verbot, links abzubiegen, sind vor allem den dort ansässigen Handwerkern ein Dorn im Auge. Die Handwerksmeister Eichenauer und Kopetschek nutzten die Gelegenheit, um wieder einmal auf das Problem aufmerksam zu machen. Peter Wöbbeking, der Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen in Eschwege und Herr über diese Ampelkreuzung versprach, gemeinsam mit der Polizei eine andere Regelung zu überprüfen.

„Beeinträchtigungen können wir nicht ausschließen, dafür ist der Lustgewinn später umso größer“, machte der Bürgermeister all denen Mut, die von der Baustelle und den damit einher gehenden Belastungen betroffen sind.

Von Christine Zacharias

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