Nach bissigem Beginn zeigten sich die Bad Hersfelder Stadtverordneten einig

Erst Feuer, dann Friede

Bad Hersfeld. Man durfte Böses ahnen, als die Sitzung der Bad Hersfelder Stadtverordneten mit einer persönlichen Erklärung von Bürgermeister Thomas Fehling sowie anschließenden persönlichen Erwiderungen der beiden Fraktionsvorsitzenden Bernd Wennemuth (SPD) und Gunter Grimm (CDU) begann.

Ausgetragen wurde hier nämlich ein Scharmützel, das vor einer Woche im Haupt- und Finanzausschuss seinen Ausgang genommen hatte. Dort hatte der Bürgermeister unter dem Punkt „Verschiedenes“ einen aktuellen Bericht zum Haushalt 2011 angekündigt.

Ob ein Versehen des Ausschussvorsitzenden Wennemuth, ob Erledigung durch vorhergehende Informationen des Kämmerers oder gar bewusste Brüskierung Fehlings – die Sitzung wurde geschlossen, ohne dass der Bürgermeister zum Etat zu Wort gekommen war.

„Mit Verwunderung“

Was Fehling zwar nach eigenem Bekunden nur „mit Verwunderung“ zur Kenntnis genommen, aber keineswegs als bewussten Affront empfunden hatte, das veranlasste CDU-Fraktionschef Grimm zu einer geharnischten Pressemitteilung, in der er Wennemuth vorwarf, die Sitzung zur Farce gemacht zu haben.

Im Online-Forum eines Anzeigenblattes waren daraufhin höchst beleidigende Kommentare gegen den SPD-Mann erschienen. Gunter Grimm versicherte, dafür nicht verantwortlich zu sein. Wennemuth kündigte seinerseits an, die Urheber der Beleidigungen ermitteln lassen zu wollen.

Als alle drei ihren Punkt klar gemacht hatten, war zur allgemeinen Überraschung auch der meiste Wahlkampf-Dampf verflogen, und die Tagesordnung wurde zügig, mitunter sogar launig abgewickelt.

Bestes Beispiel war ein SPD-Antrag zum Hochwasserschutz zwischen Sorga und Kathus, der ursprünglich nur an den Magistrat gerichtet war. Mit freundlicher Unterstützung von Fraktionsgemeinschaft, der Fraktion Hersfeld-

„Wollen das die Sorgaer? Die sind doch froh, wenn Kathus außen vor ist!“

Stadtverordneter Hans-Jürgen Schülbe zum Hochwasser- Antrag

Mitte und CDU wurde aus Ursprungs-, Änderungs- und konkurrierendem Hauptantrag ein gemeinsamer Auftrag formuliert, der nun auch den Landkreis einbezieht.

Denn der Antrag zielte in zwei Richtungen: Zum einen auf die Renaturierung der Solz – die wäre Sache der Stadt – , zum anderen jedoch auch auf die zu gering dimensionierten Wasserdurchlässe der Kreisstraße. Handlungsbedarf hatte sich aus dem Umstand ergeben, dass die Schneeschmelze dieses Winters Kathus ein weiteres Mal von der Außenwelt abgeschnitten hatte.

Obwohl im Haushalt 2011 dafür kein Geld vorgesehen ist, soll die Angelegenheit noch in diesem Jahr zumindest begonnen werden – notfalls in Form einer außerplanmäßigen Ausgabe.

kurz notiert

Von Karl Schönholtz

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