Die Bad Hersfelder Werbeagentur roe-designz gestaltet die neuen Festspielplakate

Erst ins Blaue, dann konkret

Grafikerin Marion Hartleb am Arbeitsplatz: Sie gestaltet bei roe-designz die Festspielplakate, hier für das Kinderstück „Die Eule“.

Bad Hersfeld. Das Motiv der Stiftsruine war ein Muss, als die Werbeagentur roe-designz mit der Gestaltung der Plakate für die Bad Hersfelder Festspiele 2015 begann. Das war im November vergangenen Jahres, als der neue Intendant Dieter Wedel das Programm für seine erste Spielzeit in diesem Sommer bekannt gab. Vor wenigen Tagen gingen die letzten Plakate für die einzelnen Stücke in Druck – Ergebnis eines monatelangen kreativen Prozesses, in dem Agentur und Intendanz eng zusammen stehen.

„Am Anfang arbeite ich ins Blaue hinein“, erläutert die Grafikerin Marion Hartleb, die bei roe-designz für die Festspiele zuständig ist. Sie beschäftigt sich mit dem Inhalt der jeweiligen Stücke und entwickelt erste Gestaltungsvorschläge.

Zunächst nichts bekannt

„Das ist schwierig“, bekräftigt Agenturchef Oliver Röbke, „denn über die Richtung der Inszenierung ist ja zunächst nichts bekannt.“ Wenn etwa „Der zerbrochne Krug“ auf der Bühne durch eine kaputte Bierflasche symbolisiert werden solle, dann passe möglicherweise das Plakatmotiv nicht.

Deswegen liegen bei Marion Hartleb auch eine ganze Reihe von letztlich verworfenen Plakatentwürfen auf dem Schreibtisch, die nach Ansicht ihrer Gestalterin zwar „super“ gelungen seien, aber eben nicht das trafen, was die Theatermacher auf die Bühne der Stiftsruine bringen wollen.

Joern Hinkel, die „rechte Hand“ von Dieter Wedel, und Stefan Pruschwitz, kaufmännischer Leiter der Festspiele, waren deshalb im Finish der Gestaltungsarbeit ständige Ansprechpartner der Grafiker. Das geschehe durchaus mit Respekt vor der kreativen Leistung der Agentur, doch die Spielräume seien durch bestimmte Vorgaben mitunter nicht sehr groß, erklärt Oliver Röbke.

Nachdem roe-designz im vergangenen Jahr erstmals den Auftrag der Bad Hersfelder Festspiele erhalten hatte, war durch den Intendantenwechsel von Holk Freytag zu Dieter Wedel auch diesmal fast alles wieder neu. Im nächsten Jahr, so hoffen Röbke und Hartleb, kann auf bisher Erarbeitetes aufgebaut werden. An guten Ideen soll es dann erst recht nicht mangeln.

Von Karl Schönholtz

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