Nach dem Großfeuer in der Klosterschänke – Schaden 1,1 Millionen Euro

Erst Abbau, dann alles neu

Bad Hersfeld. Die Ursache des Großfeuers in der historischen Klosterschänke auf dem Bad Hersfelder Johannesberg blieb auch am Tag danach noch unklar.

Weil im Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert noch immer Eichenbalken glühten, mussten die Brandermittler vom Landeskriminalamt in Wiesbaden am Freitag ihre Arbeit abbrechen und sich auf Montag vertagen. Dies berichtete Manfred Knoch, Pressesprecher der Polizei in Bad Hersfeld.Tatsächlich haben die Nachwirkungen der Brandkatastrophe die Einsatzkräfte noch lange nach den Löscharbeiten und der dramatischen Rettung der Wirtsleute aus dem Dachgeschoss (unsere Zeitung berichtete) in Atem gehalten.

Weil sich die Giebelwand auf der Parkplatz-Seite bedenklich neigte und einzustürzen drohte, stellte ein zwölfköpfiger Trupp des Technischen Hilfswerks noch am Donnerstagabend einen Sicherheitszaun um das Gebäude auf.

Stadtbrandinspektor Thomas Daube erklärte, dass man den vorbeugenden Brandschutz im Objekt erst vor wenigen Monaten gemeinsam mit dem Wirt begutachtet und einige Verbesserungsmaßnahmen in die Wege geleitet habe.

Die Feuerwehr war zunächst bis gegen 22 Uhr vor Ort. Bereits um Mitternacht rückte sie erneut Richtung Johannesberg aus, nachdem Anwohner ein erneutes Aufflackern des Feuers bemerkt hatten. Dasselbe Spiel dann am Freitag Morgen gegen halb acht. Zwar konnte die Drehleiter gleich wieder umkehren, doch aus einem Tanklöschfahrzeug spritzten die Wehrmänner sicherheitshalber auf verdächtig qualmende Stellen.

Lesen Sie auch:

- Klosterschänke nach Feuer zerstört

Axel Nöding, zuständiger Mitarbeiter der Allianz, bezifferte den Versicherungsschaden auf rund 1,1 Millionen Euro. Nöding wusste nach Rücksprache mit dem Wirt, dass die Klosterschänke so schnell wie möglich wieder aufgebaut werden soll.

Zunächst wird die Brandruine jedoch abgebaut: Bereits am kommenden Montag soll mit Hilfe eines Krans das Obergeschoss abgetragen werden, um einen Totaleinsturz zu verhindern.

Hilfsaktionen für die Wirtsfamilie, die bei dem Feuer ihr gesamtes Hab und Gut verloren hat, sind auf Initiativen aus der Nachbarschaft ebenfalls schon angelaufen: Im Einkaufsmarkt auf dem Johannesberg steht eine Sammelbüchse. Zudem wird über den E-Mail-Kontakt helftklosterschaenke@gmail.com um Angebote von Hausrat, Bekleidung und anderem gebeten.

Von Karl Schönholtz

Feuer in der Bad Hersfelder Klosterschänke

Kommentare