Erschreckende Nachricht und eine besinnliche Zeit

Liebe Leserinnen und Leser der Hersfelder Zeitung, nachdem der November zuerst mit warmen Temperaturen und Sonne verwöhnte, war in den letzten Tagen alles normal – nasskalt, neblig, dunkel. So wie das Wetter entwickelte sich auch die Nachrichtenlage. Die Wartburgregion, die sich in den letzten Jahren zur erfolgreichsten Region in Thüringen entwickelt hat, soll wieder geteilt werden.

Edgar Most, der bekannte Banker aus Tiefenort, letzter Vizepräsident der Staatsbank der DDR und Direktor der Deutschen Bank bis 2004, zeichnete während einer Veranstaltung der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden ein deprimierendes Bild von der Zukunft. Zum Glück gestand er der jungen Generation die Fähigkeit zu, es mit Einsatz noch richten zu können.

Erschreckend auch die Nachricht von K+S. Aufgrund der fehlenden Versenkerlaubnis von Salzlauge in den Boden, drosselt das börsendotierte Unternehmen kurzerhand die Produktion. Die Werke Unterbreizbach und Hattorf werden im Dezember vorübergehend stillgelegt. Eine Form der modernen Erpressung auf dem Rücken der Mitarbeiter und der ganzen Region. „Wenn wir nicht weiter Lauge in den Untergrund pumpen und der Umwelt schaden dürfen, werden 4400 Menschen auf der Straße stehen.“ Das darf nicht passieren. Ein Kompromiss muss gefunden werden.

Die Beendigung der Versenkung der Salzlauge erst im Jahr 2032 nach der Stilllegung des Werkes Unterbreizbach ist dafür keine Option. Tritt doch die Salzlauge heute schon zutage, zerstört Beton, frisst sich durch Versorgungsleitungen und lässt Salzpflanzen in der Werraaue prächtig gedeihen. Das Trinkwasser ist in Gefahr. Politiker, egal, ob in Thüringen oder Hessen, und auch ein Konzern haben Verantwortung für nachfolgende Generationen.

Trotzdem, lassen Sie sich von den ganzen Problemen nicht herunterziehen, besuchen Sie die ersten Weihnachtsmärkte oder genießen Sie die Vorweihnachtszeit mit Glühwein, heißer Schokolade und süßen Plätzchen einfach gemütlich zu Hause.

ute.weilbach@stz-online.de

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