Wenige Kritiken fürs Eichhof-Stück – Schauspieler zitieren Leser

Eros-Schlacht um Liebe

Frustration auf beiden Seiten: Camille (Andrea Cleven) will Perdican (Sebastian Graf) mit ihren Reizen erobern. Aber nur zum Schein, um sich zu rächen und ihm wehzutun. Foto: Hartmann

Bad Hersfeld. Über die Tragikomödie „Man spielt nicht mit der Liebe“, die Regisseur Kay Voges im Hersfelder Eichhof inszeniert, wird viel debattiert. Nicht unbedingt in den großen Feuilletons Deutschlands, ebenso wenig in größeren Tageszeitungen. Aber dafür im ganzen Umland, sogar in Leserbriefen in der Hersfelder Zeitung, in denen sich Zuschauer darüber aufregen, dass das Eichhof-Stück albern, obszön und makaber sei.

Und neuerdings machen sogar die Schauspieler mit, so zitiert Michael Witte als Baron an geeigneter Stelle in „Man spielt nicht mit der Liebe“ aus einem Leserbrief, womit sich Regisseur Voges selbst aufs Korn nimmt.

Christoph A. Brandner von der Fuldaer Zeitung beschreibt das Stück von Kay Voges dagegen als „hintergründig-schrille Moritat mit Menschen und Marionetten“, die eine „Eros-Schlacht um Rachgier und Eifersucht in beklemmend-unterhaltsamer Aktualität“ entfalte. Er lobt das inspirierte und motivierte Ensemble um einen witzig-gefühlvollen Regisseur, führt aber auch an, dass es manchmal in Brülltheater ausarte und die Szenen heftig und laut werden.

„Den Schauspielern merkt man den Spaß an, den ihnen diese Inszenierung rund um die Liebe und ihre Gefahren macht – ein Spaß, der sich aufs Publikum überträgt“, schreibt Andreas Schröter von den Ruhrnachrichten. Manche Stellen allerdings bewegen sich gefährlich nahe an der Grenze zum Klamauk, stellt er fest. „Der dürfte auch bei einem anderen Publikum nicht ausnahmslos gut ankommen.“ Ebenso wenig wie die Gummipuppe, die für einiges aufgeregtes Gemurmel im Publikum sorgte.

Von Judith Strecker

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