Bauernverbandsvorsitzender Diegel: kein Backweizen

Ernte-Bilanz: Weizen hat miserable Qualität

Hersfeld-Rotenburg. Das Getreide im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist in diesem Jahr von miserabler Qualität. Diese Bilanz zieht der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Friedhelm Diegel. Besonders der Weizen habe unter den extremen Wetterbedingungen gelitten, erläuterte er. Mengenmäßig liege die Ernte im Durchschnitt.

Durch die Hitzeperiode im Juli fehlte dem Weizen zunächst Feuchtigkeit in der Wachstumsphase. Das andere Extrem folgte im August, als etwa doppelt soviel Regen fiel wie normalerweise in diesem Monat. Das Wetter trug laut Diegel auch dazu bei, dass die Landwirte Probleme beim Dreschen bekamen. „Aber jetzt ist die Messe gelesen, die Getreideernte ist abgeschlossen“, sagt der Bauernverbandsvorsitzende. Es könne jedoch sein, dass einige Getreidefelder nicht geerntet werden konnten und wieder untergepflügt werden müssen.

Auswuchs im Getreide

Witterungsbedingt gibt es erhöhten Auswuchs im Getreide, das heißt dass das Korn in der Ähre oder Rispe vor der Ernte zu keimen beginnt. Auch das führe zu Qualitätseinbußen, das Getreide könne nur noch verfüttert werden. Weizen von höchster Qualität, der auch als Backweizen bezeichnet wird, konnte nicht geerntet werden. Da müssten auch die Abnehmer Abstriche machen. Gerste und Raps, die in der Fruchtfolge vorn liegen, hätten dagegen kaum gelitten.

Die Aussaat von Winterraps bereitete den Landwirten aufgrund des Dauerregens der vergangenen Wochen ebenfalls Schwierigkeiten. „Es konnten nicht alle Rapsflächen bestellt werden“.

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Der Weltmarkt lockt

Thilo Frankfurth, Mitarbeiter des Kreisbauernverbandes, ergänzt die Ernte-Bilanz: Die Lage beim Mais im Kreis habe sich etwas erholt, anders als zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, wo es zu einem Totalausfall gekommen sei. Die Kartoffelernte werde sehr unterschiedlich ausfallen, erklärte Frankfurth.

Von Silke Schäfer-Marg

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