Keine negativen Auswirkungen durch kaltes Frühjahr in Waldhessen

Ernte 2010: Bauern sind noch optimistisch

Hersfeld-rotenburg. Der nasse und kalte Mai und Juni wird keine negativen Auswirkungen auf die Ernte haben. Im Gegenteil: Nach dem zu trockenen April haben sich die Getreidebestände positiv entwickelt. „Dennoch ist noch längst nicht alles in trockenen Tüchern“, sagt Friedhelm Diegel, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Hersfeld-Rotenburg, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eine präzise Aussage über die Erträge ist nach den Worten Diegels erst nach der Ernte möglich. Die wird sich minimal verzögern. Diegel rechnet damit, dass die Wintergerste ab Mitte Juli geerntet werden kann. Der lange, frostige Winter hat nach Einschätzung Diegels zu keine wesentlichen Beeinträchtigungen geführt. Der April war mit durchschnittlich 16 Litern pro Quadratmeter viel zu trocken. Im Mai fielen fast 95 Liter pro Quadratmeter, und bis Mitte Juni schon 36 Liter. Das wurde nach Angaben Diegels an allen Messstationen des Kreises registriert.

Weniger Silage

Auswirkungen hatte das Wetter jedoch auf die Silage-Ernte. Der erste Grasschnitt ist das wichtigste Winterfutter für das Milchvieh. Der Grasschnitt war nach Angaben Diegels zwar gut, aber die Erträge waren um etwa ein Drittel geringer. Jetzt hoffen die Landwirte zunächst einmal auf ein paar Tage gutes Wetter, um das noch nicht geerntete Heu unter Dach und Fach bringen zu können.

„Danach sind auch Niederschläge noch einmal gern gesehen“, sagt Diegel. Mais, Rüben, Grünland und auch das Getreide brauchen auch im Juli noch einmal Regen, erläutert er.

Doch: Wie auf das Wetter habe man auch auf die Preise der Agrarprodukte keinen Einfluss. Diegel: „Das ist mittlerweile eine preisliche Berg- und Talfahrt.“ Viele Bauern hätten unter den fallenden Preisen während der Wirtschaftskrise sehr gelitten. ZUM TAGE

HINTERGRUND

Von Manfred Schaake

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