Nach dem Amoklauf in Amerika: Polizei und Schulen im Kreis arbeiten zusammen

Für den Ernstfall geschult

Stilles Gedenken: Viele Menschen erinnern sich in diesen Tagen an die Opfer des Amoklaufs in Conneticut. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Die erschreckenden Bilder gingen um die Welt. Der Amoklauf an einer Grundschule in Newtown, USA, bei dem 20 Kinder und sechs Erwachsene starben, ist auch an Grundschulen im Kreis Hersfeld-Rotenburg ein Thema.

„Natürlich sprechen wir darüber“, sagt Michael Kapuschowski, Schulleiter der Georg-August-Zinn-Schule in Heringen. „Die Kinder nehmen diese Bilder in den Medien auf. Da müssen die Schulen reagieren, schließlich ist Schule ein Ort, an dem geredet wird.“

An der Linggschule in Bad Hersfeld beschloss das Lehrerkollegium am Montagmorgen, mit den Schülern über den Amoklauf zu reden, falls die Schüler das Thema ansprechen würden. „Es kam aber keine Nachfrage. Wir wollten es nicht ansprechen, da unsere Schüler noch sehr jung sind und wir keine Angst schüren wollen“, sagt Claudia Meyer, die stellvertretende Schulleiterin.

Ständiger Austausch

Die Polizei im Kreis-Hersfeld Rotenburg ist nicht erst seit Newtown gewarnt. „Wir sind für solche plötzlichen Polizeilagen geschult“, erklärt Manfred Knoch von der Polizeidirektion Bad Hersfeld. „Die Zusammenarbeit mit den Schulen läuft sehr gut.“ Auch mit dem Landkreis, dem die meisten Gebäude gehören, ist die Polizei im ständigen Austausch, um über die genauen Gegebenheit vor Ort informiert zu sein.

„Es gibt einen geregelten Ablauf, der im Notfall Stück für Stück abgearbeitet wird“, sagt Anita Hofmann, Leiterin des Staatlichen Schulamts für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg. In jeder Schule gibt es ein Kriseninterventionsteam, das aus dem Schulleiter, einem Lehrer, dem Hausmeister, der Sekretärin und einem Schulsozialarbeiter besteht. Dieses Team erstellt einen schulischen Krisenplan.

Im Schulamt stehen zwei Schulpsychologen zur Verfügung, die bei einem Vorkommen sofort zur jeweiligen Schule fahren, erklärt Hofmann.

„Wir haben genaue Ablaufpläne, die auch geprobt werden“, berichtet auch Schulleiter Kapuschowski. Entstanden sind die Pläne, um im Katastrophenfall gerüstet zu sein. „Seit den Geschehnissen in Erfurt liegt der Fokus auch auf Amokläufen“, so Kapuschowski.

In der Schule im Baumgarten in Bebra liegt neben den Telefonen eine „To-Do-Liste“, sagt Schulleiterin Iris Rabe. Eine Vorsichtsmaßnahme befindet sich in Bebra direkt am Eingang: Die Schultür der Schule habe keine Klinke mehr. Wenn jemand in die Schule möchte, müsse er am Eingang klingeln, sagt Rabe.

Eingangstür umrüsten

Auch in der Linggschule wird darüber nachgedacht, die Eingangstür so umzurüsten, dass sie nur noch von innen zu öffnen ist. „Sollte etwas passieren, gibt es Durchsagen und die Lehrer erfahren, was zu tun ist – einschließen oder die Räume verlassen“, berichtet Claudia Meyer. Eltern fordern...

Von Claudia Stehr und Franziska Kiele

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