Ernennen, ermitteln, erinnern

Nadine Maaz

Am Dienstag erhält Haunetals neuer Bürgermeister Gerd Lang also seine Urkunde, bevor er am 1. Dezember offiziell seinen Dienst antritt. Ob es ein gutes Omen ist, dass dies ausgerechnet am Ende einer langen Tagesordnung für die Gemeindevetreter passiert, mit Themen, die für einige Diskussionen unter den Kommunalpolitikern sorgen dürften (wie die Erhöhung des Budgets für das DGH in Odensachen oder auch die Weiterführung des Mehrgenerationenhauses unter kommunaler Trägerschaft)?

Aber sollte es, wie von manchem vermutet, in der Sitzung ordentlich zur Sache gehen, weiß Gerd Lang gleich, worauf er sich eingelassen hat. Und wenn nicht, ist das vielleicht ein gutes Zeichen für die gemeinsame Zukunft. Den Haunetalern ist zu wünschen, dass der Neuanfang gelingt, und Lang einen Stil findet, der alle ins Boot holt. Gute Vorsätze, nach vorne, und nicht auf die Fehler der Vergangenheit zu schauen, hatte es in den vergangenen Monaten ja schon gegeben.

Noch kein Ergebnis hat derweil das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Fulda wegen Urkundenfälschung gegen Haunetals Ex-Bürgermeister Hein-Peter Möller (SPD) hervorgebracht. Dabei geht es offenbar um den Bebauungs- und Flächennutzungsplan für das Grundstück in Rhina, auf dem die Firma IBR Messtechnik einen neuen, repräsentativen Firmensitz gebaut hat.

Seit Mai ist das Verfahren anhängig, angestrengt wurde es von einer Rhinaer Bürgerin, die Beweise für den Betrug haben will, aber mit der Lokalpresse nicht mehr sprechen möchte. Hein-Peter Möller – der im Juni in eben dieser Kolumne von dem Ermittlungsverfahren erfahren hat – hat einen Anwalt eingeschaltet und nennt die Vorwürfe eine Unverschämtheit. Er habe sich davon abgesehen natürlich für IBR eingesetzt, immerhin einer der größten Steuerzahler in Haunetal.

Beendet wird heute vorerst der Streik beim Online-Versandhändler Amazon, weitere Aktionen mitten im Weihnachtsgeschäft sind aber wahrscheinlich. Ob es die Amazon-Chefs im fernen Amerika aber überhaupt beeindruckt, was an den deutschen Standorten geschieht, ist mehr als fraglich. Auch das Interesse der Öffentlichkeit ebbt langsam, aber sicher ab.

Spannend für mich sind übrigens all die Berichte über die Grenzöffnung vor 25 Jahren und die bevorstehenden Feierlichkeiten. Damals war ich sieben Jahre alt, und im Ruhrpott war die Grenze ohnehin weit entfernt. Allerdings kommen meine Oma und mein Vater aus Frankfurt/Oder, und mein erstes Kinoerlebnis hatte ich Mitte der 80er in der damaligen DDR – ganz so weit weg ist das Thema also doch nicht.

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