Palliativteam Waldhessen erhielt Preis für ambulante Versorgung Schwerstkranker

Ermunterung für andere Teams

Freude über den Förderpreis für ambulante Palliativversorgung (von links): Dr. Ulrike Mäthrich (Leiterin der Palliativstation am Klinikum Bad Hersfeld), Nanette Petersen (Klinikum Bad Hersfeld) , Birgit Berger (Koordinatorin Palliativteam), Irene Scherner (Hospizdienst Rotenburg) , Cornelia Eggers (Krankenhaus Lauterbach), Dr. Norbert Sehn (Krankenhaus Lauterbach), Margarete Temme (Klinikum Bad Hersfeld). Foto:  privat

Saarbrücken/Bad Hersfeld. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in diesem Jahr zum vierten Mal den Anerkennungs- und Förderpreis „Ambulante Palliativversorgung“ an zwei Preisträger verliehen. Einer davon ist das Palliativteam Waldhessen am Klinikum Bad Hersfeld. Der Preis ist mit 10 000 Euro dotiert und wird von der Firma Grünenthal GmbH gestiftet.

Der Anerkennungs- und Förderpreis zeichnet Personen und Projekte aus, die es geschafft haben, den Anforderungen der ambulanten Palliativversorgung in besonderer Weise gerecht zu werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Firma Grünenthal.

Würdevolles Leben bis zuletzt

Die ambulante Palliativversorgung kümmert sich um schwerstkranke Menschen und versucht ihnen bis zuletzt ein würdevolles Leben in der eigenen häuslichen Umgebung zu ermöglichen.

Die diesjährigen Preisträger sind: Dr. Udo Kratel und Anita Kramer vom Projekt „Ambulantes Palliativzentrum Dormagen“ und Dr. Ulrike Mäthrich vom Palliativteam Waldhessen am Klinikum Bad Hersfeld.

Die Preisverleihung fand in Saarbrücken anlässlich des Palliativtages der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin statt. „Bei den Preisträgern handelt sich um zwei relativ junge, aber beispielhafte regionale Versorgungsmodelle, die mit einem enorm hohen persönlichen Engagement initiiert wurden“, erklärte Prof. Dr. med. Friedemann Nauck, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin. Beide Projekte seien von Beginn an mit einem systematischen Qualitätsmanagement verknüpft gewesen und gäben in ihrer Umsetzung viele wichtige Anregungen für die ambulante Palliativversorgung.

Mit dem Palliativteam Waldhessen wurde seit 2005 in der ländlichen Region Nordhessens ein nun umfassendes qualifiziertes Versorgungsnetz für die ambulante Betreuung von Palliativpatienten aufgebaut. „Es zeigt, dass auch die Versorgung in ländlichen Regionen in gleicher Qualität wie in Ballungszentren gewährleistet werden kann, wenn hierfür passende Arbeits- und Kooperationsformen, sowie motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stehen“, heißt es in der Begründung für den Preis.

Das Palliativteam Waldhessen ist mit einem Kernteam im Kreis Hersfeld-Rotenburg an das Klinikum Bad Hersfeld und das Kreiskrankenhaus Rotenburg angebunden, verfügt aber über Außenstellen und Anbindungen zu Kliniken in Alsfeld und Lauterbach um vor Ort und wohnortnah die Versorgung in einem relativ großen Umkreis zu ermöglichen. Jedes Team an den drei Standorten hält eine eigene ärztliche und pflegerische 24-Stunden-Bereitschaft zur Patientenversorgung einschließlich Krisenintervention vor. Im Jahr 2010 wurden 155 Patienten betreut, zwischen 75 und 94 Prozent (regional unterschiedlich) konnten in der häuslichen Umgebung sterben. (red)

Kommentare