Zahlreiche Hinweise nach schwerer Prügelei am Lolls-Freitag – Sicherheit verbessern

Ermittlungen nach Schlägerei mit Schwerverletztem dauern an

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Bad Hersfeld. Zahlreiche Hinweise, aber noch keine konkreten Ergebnisse: Nach der schweren Prügelei am Lolls-Freitag, bei dem ein 39 Jahre alter Bad Hersfelder lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitt, ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Das Opfer liegt weiterhin auf der Intensivstation. In Bad Hersfeld und Umgebung schlägt das Thema hohe Wellen.

„Es gibt zahlreiche Hinweise aus mehreren Richtungen“, berichtet Polizeipressesprecher Christian Stahl. Auch im Nachhinein seien noch weitere Informationen bei der Polizei eingegangen. „Die Leute versuchen zu helfen und uns zu unterstützen“, lobt Stahl. Zunächst wären allerdings die unmittelbar Beteiligten vernommen worden, sodass die weiteren Auswertungen noch andauerten. Der konkrete Hinweis auf einen jungen Mann aus dem Kreisgebiet habe sich zerschlagen. „Dieser war an dem Vorfall mit der Alustange nicht beteiligt“, teilt Stahl mit.

Am Montag hatte es einen großen Einsatz mit 30 Polizeibeamten auf dem Marktplatz gegeben, um am letzten Tag der Lullusfests sämtliche Personalien der Schausteller und deren Mitarbeiter zu sichern.

Bei der Schlägerei auf dem Linggplatz am Freitag gegen 5.20 Uhr hatten zwei Männer nach einem vorausgegangenen Streit im Newscafé und einem ersten Angriff auf eine einzelne Person, Alustanden eines Wagens auf dem Festplatz geholt und mit diesen auf eine Gruppe von Menschen eingeschlagen. Dabei wurde ein 39-jähriger Bad Hersfelder so schwer verletzt, dass Lebensgefahr besteht. Insgesamt fünf Verletzte wurden polizeilich aufgenommen, möglicherweise wurden aber noch weitere Personen verletzt, die sich selbst in ärztliche Behandlung begaben. Die zwei Alustangen konnten von der Polizei sichergestellt werden.

Da die meisten Hinweise sich lediglich auf die Kleidung der beiden gesuchten Männer bezogen, habe bisher auch kein Phantombild angefertigt werden können. Dies sei nur nach markanten Beschreibungen etwa der Gesichtszüge möglich, erklärt Christian Stahl. Dass es von Seiten der Security, die die mutßmaßlichen Täter zuvor aus dem Newscafé begleitet hätten, keine konkreteren Informationen gebe, liegt laut Christian Stahl daran, dass bereits „Kehraus“ gewesen sei und man dem Streit zunächst keine größere Bedeutung beigemessen habe.

Bei der Stadt Bad Hersfeld und der Polizei will man nun überlegen, wie die Sicherheit auf dem Lullusfest in Zukunft noch weiter verbessert werden könne. „Das wird in der üblichen Nachbesprechung zwischen den Organisatoren und den Ordnungskräften und auch im Magistrat sicher ein Thema sein“, sagt Stadtsprecher Meik Ebert auf Nachfrage. „Das ist ein Punkt, den man besprechen muss.“ Auch über die Sonderöffnungszeiten zum Lullusfest werde dann sicher gesprochen, wobei sich zunächst die Frage stelle, ob es sich bei der schweren Schlägerei um einen dramatischen Sonderfall oder ein allgemeines Problem handle. (nm)

Nach der aktuellsten Täterbeschreibung soll einer der Verdächtigen zwischen 30 und 35 Jahren alt sein, etwa 1,80 Meter groß und mit normalem Körperbau. Er soll dunkelbraune, möglicherweise gegelte Haare getragen und eine spitze Nase haben. Bekleidet war er laut Zeugen wahrscheinlich mit einem rot-weiß karierten Hemd, ähnlich einem Holzfällerhemd. Von dem zweiten Täter sei lediglich bekannt, dass er ein blau-weiß kariertes Hemd getragen habe. Zunächst hatte es geheißen, dieser sei zwischen 1,85 bis 1,90 Meter groß und habe kurze dunkle Haare. Weitere Hinweise, auch Handy- und Videoaufnahmen, die um den Tatzeitpunkt gemacht wurden, nimmt die Polizei in Bad Hersfeld unter Telefon 06621/9320 an.

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