250 Dinge, die wir an der Region mögen (190): Das Trottenkreuz bei Bebra-Imshausen zu Ehren von Adam von Trott zu Solz

Ein Ort der Erinnerung und Mahnung

Ort des Gedenkens: Das Trottenkreuz in den Bergen von Imshausen erinnert an den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz. Foto: Meyer

Imshausen. „Grüß’ mir Imshausen und seine Berge.“ Mit diesem Satz beendete der aus Imshausen bei Bebra stammende Widerstandskämpfer Adam von Trott den Abschiedsbrief an seine Frau Clarita, den er schrieb, bevor er nach dem gescheiterten Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 im Alter von 35 Jahren im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee erhängt wurde. Genau an dem Ort, dem der letzte Gruß Adam von Trotts galt, steht heute ein hohes Holzkreuz, auch Trottenkreuz genannt.

Adams Brüder Werner und Heinrich sorgten 1949 für die Aufstellung eines Kreuzes aus Lärchenholz auf einem Hügel oberhalb von Imshausen. Die Leichen der Widerstandskämpfer wurden von den Nazis eingeäschert und an unbekannten Orten verstreut. „Vielleicht war es die Idee, diese Männer nicht nur physisch auszulöschen, sondern auch aus dem Gedächtnis“, so Ute Janßen, Vorsitzende der Stiftung Adam von Trott. Das Kreuz ist ein Ort der Erinnerung. Clarita von Trott starb am 28. März diesen Jahres als letzte noch lebende Witwe der Widerstandskämpfer. Die Aufhebung des Friedhofszwangs in Hessen sowie die Zustimmung der Stadt Bebra machten es möglich, dass Clarita von Trott am Fuße des Kreuzes bestattet werden konnte. Es war ihr Wunsch.

Clarita von Trott hatte auch die Sandsteinplatte gegeben, die hinter dem Kreuz steht. „Adam von Trott“, lautet die Inschrift, „Hingerichtet mit den Freunden im Kampf gegen die Verderber unserer Heimat. Bittet für sie. Beherzigt ihr Beispiel.“ Darin kommt nicht nur die Liebe Adam von Trotts zu seiner Heimat in Nordhessen zum Ausdruck, die sich im Abschiedsbrief widerspiegelt. Die Inschrift entreißt den Begriff „Heimat“ auch aus den Fängen derer, die ihn für ihre Verbrechen missbraucht haben.

Gedenkfeier

Seit 1984 findet immer am Jahrestag des Hitlerattentats eine Feier am Kreuz statt. Der SPD-Unterkreis Rotenburg und die Stiftung Adam von Trott richten sie gemeinsam aus. Im Jahr 1999 stürzte das alte Kreuz um und wurde durch ein neues aus Eiche ersetzt. Um die Pflege der Anlage kümmern sich die Mitglieder der Kommunität Imshausen, einer christlichen Gemeinschaft auf dem nahe gelegenen Tannenhof. In ihrem Besitz befindet sich das Stück Land, auf dem das Trottenkreuz steht.

Von Achim Meyer

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