Hersfelder Kantorei und Kammerorchester präsentieren strahlendes Weihnachtsoratorium

Erfüllt von Freude

Ein strahlendes Weihnachtsoratorium boten die Hersfelder Kantorei unter der Leitung von Sebastian Bethge (links), das neu formierte Hersfelder Kammerorchester und die Solisten Olivia Stahn (Sopran), Andreas Gensch (Bass) (vor dem Chor), Cornelia Sander (Alt) und Florian Brauer (Tenor) (sitzend links). Foto: Zacharias

Bad Hersfeld. Mit jubelnder Freude ist die Bad Hersfelder Stadtkirche erfüllt. Schon die ersten Takte von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium mit dem prächtigen Eingangschor „Jauchzet, frohlocket!“ bringen die Weihnachtsfreude in die Herzen der vielen Konzertbesucher.

Kantor Sebastian Bethge hat in diesem Jahr mit der Hersfelder Kantorei Bachs bekanntes und beliebtes Oratorium einstudiert und setzt damit einen bewussten Kontrapunkt zum allgegenwärtigen süßlichen Weihnachtsgedudel.

Bei Bach wechseln sich festliche Chöre ab mit der Erzählung der Weihnachtsgeschichte, vorgetragen vom Tenor Florian Brauer, und mit innigen Arien der Solisten, in denen tiefe Gefühle und Gläubigkeit zum Ausdruck kommen.

Unterstützt werden die Vokalisten vom Hersfelder Kammerorchester, das an diesem Nachmittag seine Premiere erlebt. Sebastian Bethge und Konzertmeisterin Anastasia Boksgorn haben das Orchester mit engagierten Hobbymusikern aus der Region ins Leben gerufen und wollen damit nicht nur das Kulturleben vor Ort stärken, sondern auch zeigen, dass selbst große Oratorien von einem regionalen Orchester zu bewältigen sind.

Die Musikerinnen und Musiker werden allerdings unterstützt von professionellen Gastmusikern. Mit offensichtlicher Freude und viel Elan dirigiert Sebastian Bethge Sänger und Musiker. Er hat für diese Aufführung die Kantaten eins und drei sowie die seltener gehörte fünfte ausgewählt. Brüche in der Kontinuität hält er für vertretbar, da die Geschichte ohnehin bekannt ist.

Deshalb entschied er sich aus musikalischen Gründen für die fünfte Kantate, die mit kleinerer Orchesterbesetzung einen anderen Charakter und Klang hat und mit dem Choral „Zwar ist solche Herzensstube“ still abschließt und Hoffnung auf den göttlichen Gnadenstrahl zum nahenden Weihnachtsfest macht. Mit schönen Stimmen singen sich die Solisten in die Herzen des Publikums. Immer präsent ist Florian Brauer, der dem Evangelisten mit seinem klaren Tenor Kontur gibt. Olivia Stahn mit ihrem strahlenden Sopran und Cornelia Sander mit einer warmen und tragfähigen Altstimme sowie Andreas Gensch mit einem kräftigen Bass ergänzen das Solisten-Quartett.

Begleitet, untermalt und wunderbar ergänzt wird der Gesang vom Hersfelder Kammerorchester, das sowohl mit Pauken und Trompeten kraftvoll aufspielt als auch mit Geige und Oboe erstklassige Solisten präsentiert.

Erfüllt von Weihnachtsfreude spendet das Publikum stehend lang anhaltenden kräftigen Beifall.

Von Christine Zacharias

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