Einblick ins Berufsleben – Freiwilligendienste als Sprungbrett in die Ausbildung

Die Erfahrung als Chance

Die Arbeit macht ihr Spaß: Michelle Stämmler überprüft die Infusion von Karl-Heinz Dahlke. Sie macht zurzeit eine Ausbildung zur Kranken- und Gesundheitspflegerin im Hersfelder Klinikum.

Hersfeld-Rotenburg. Verantwortungsbewusstsein entwickeln, das Selbstwertgefühl stärken und Erfahrungen in der Berufswelt sammeln – Freiwilligendienste nach der Schulzeit bieten die Möglichkeit dazu. „Es ist beeindruckend, wie sich junge Leute dadurch entwickeln“, sagt Karin Otto-Lange, Pflegedirektorin des Klinikums Bad Hersfeld.

Solche Erfahrungen prägen fürs Leben. Und sie können eine Chance sein – ein Sprungbrett in den Berufsalltag. Ein Freiwilliges Soziales- oder Ökologisches Jahr sind oft die Basis für eine anschließende Ausbildung. So war das auch bei Michelle Stämmler aus Obergeis. Sie hat nach ihrem Realschulabschluss ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) auf der Intensivstation des Hersfelder Klinikums absolviert. „Die Arbeit mit Menschen und verschiedenen Charakteren hat mir viel gebracht“, sagt Michelle.

Seit April macht die 17-Jährige dort eine dreijährige Ausbildung zur Kranken- und Gesundheitspflegerin. Der Freiwilligendienst sei eine gute Vorbereitung auf die Ausbildung gewesen. Das Klinikum Bad Hersfeld nimmt alle FSJ-Absolventen in das Auswahlverfahren für die Ausbildungsplätze auf. „Wir laden alle Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch ein. Denjenigen, die uns überzeugen, bieten wir eine Ausbildung an“, erklärt Karin Otto-Lange.

Schlüsselqualifikationen

Wichtige Voraussetzungen seien neben den Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, auch eine gewisse Offenheit und Kommunikationsfähigkeit. Das hat auch die angehende Kranken- und Gesundheitspflegerin Michelle Stämmler im täglichen Umgang mit ihren Patienten festgestellt.

Ebenso war für Kerstin Apel aus Friedlos der Freiwilligendienst ein Sprungbrett in die Ausbildung. „Ich habe durch das FSJ mein Selbstbewusstsein gestärkt und in jeder Hinsicht davon profitiert“, sagt die 20-Jährige.

„Alle bekommen die Möglichkeit, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, sie müssen sie nur wahrnehmen.“

Nicole Soost

Nun absolviert sie im Kreisaltenzentrum Rotenburg ihre Ausbildung zur Altenpflegerin. Ihr gefällt die Vielfalt ihres zukünftigen Berufes – die Senioren in ihrer Lebensphase zu begleiten. „Sie geben einem viel zurück“, erklärt sie. Junge Leute bekommen einen realen Einblick in den Beruf. „Sie sehen, was sie in der Praxis erwartet“, weiß auch Bettina Wolf, Heimleiterin des Rotenburger Kreisaltenzentrums. Und Nicole Soost, pädagogische Beraterin von „Volunta“, der Vermittlungsstelle für Freiwilligendienste des Deutschen Roten Kreuzes, motiviert: „Alle bekommen die Möglichkeit, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, sie müssen sie nur wahrnehmen.“

Doch nicht nur im Krankenhaus und in der Altenhilfe, auch in der Ersten Hilfe, im Rettungs- und Fahrdienst, in der Behindertenhilfe und in Schulen können sich Freiwillige in der Region Hersfeld-Rotenburg engagieren. Interessierte können sich jetzt noch für August im Internet unterwww.volunta.de bewerben.

Von Nina Skrzyszowski

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