Urnenbeisetzungen werden in Hersfeld-Rotenburg bevorzugt

Erdbestattung wird zum Auslaufmodell

Hersfeld-Rotenburg. Die klassischen Erdbestattungen gehen zurück, immer mehr Menschen in Deutschland werden nach ihrem Ableben verbrannt. Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg nimmt die Zahl der Feuerbestattungen stetig zu.

In Bad Hersfeld sind im vergangenen Jahr 72 Prozent aller Bestattungen Feuer- beziehungsweise Urnenbestattungen gewesen, berichtet Annemarie Klüber von der Friedhofsverwaltung. „Der Trend geht eindeutig zur Feuerbestattung“, sagt Klüber. In Rotenburg und Lispenhausen sind es laut städtischem Fachdienstleiter Dieter Wagner in den vergangenen drei Jahren 60 Prozent Feuerbestattungen gewesen. Hessenweit macht diese Form der Bestattung rund 58 Prozent aus, so der Bestatter-Verband Hessen, wobei die Anzahl im städtischen Frankfurter Raum noch höher sei als auf dem Land.

Gleichwohl bestätigen auch die Bestatter in der Region den Trend zur Feuerbestattung. „Das wird immer mehr“, stellt Walter Henniger, Bestatter in Bad Hersfeld, fest. Von etwa 400 Bestattungen im Jahr seien bei ihm nur noch 30 Prozent Erdbestattungen. Und mit dem Wunsch, den Körper eines Verstorbenen verbrennen und in einer Urne beisetzen zu lassen, steige auch das Angebot an Urnen-Modellen. Thomas Groß, Inhaber von Bestattungen Füller in Neuenstein, bestätigt die Entwicklung, die vor zehn Jahren begonnen habe. Bei ihm machen Feuerbestattungen inzwischen circa 80 Prozent aus.

Ein Grund für die Zunahme ist vermutlich der geringere Pflegeaufwand eines Urnengrabs. „Häufig leben die Kinder von Verstorbenen nicht mehr hier und sind nur selten vor Ort“, sagt Walter Henniger. „An den Kosten liegt es, glaube ich, nicht“, meint Thomas Groß. Zwar sei ein Urnengrab günstiger, die Beerdigung an sich aber nicht unbedingt.

Die Möglichkeiten der Urnenbeisetzung sind in der Region vielfältig. In Bad Hersfeld gibt es etwa Urnenstelen, in Ludwigsau den Friedwald. In Rotenburg ist ähnliches allerdings bislang nicht geplant. Zum Tage

Von Nadine Maaz

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