Mehr zum Thema: Netzagentur fordert genauere Bewertung von Alternativen

Entscheidung als erster Erfolg

Gemeinsamer Protest: Entlang der möglichen Suedlink-Trasse regt sich Widerstand gegen das Bauvorhaben. Unser Bild entstand bei einem Treffen von Bürgermeistern und Bürgerinitiativen aus den betroffenen Städten und Gemeinden in Neuenstein. Archivfoto: Zacharias

Hersfeld-Rotenburg. „Positiv überrascht“ zeigte sich Dr. Lars Niebel, Vorsitzender der Bürgerinitiative Lebensqualität Neuenstein, von der Entscheidung der Bundesnetzagentur, wonach Tennet seinen Antrag für die Starkstromtrasse Suedlink überarbeiten muss. Die Behörde habe die Unterlagen des Stromnetzbetreibers tatsächlich geprüft, statt ihn einfach durchzuwinken.

Die Bundesnetzagentur bemängele nun, was schon länger von den Bürgerinitiativen kritisiert werde – etwa dass die Bewertungskriterien zu undurchsichtig oder die Alternativen nicht mit der gleichen Tiefe betrachtet worden seien.

Niebel wertet die Nachbesserungs-Forderung der Netzagentur deshalb als ersten Erfolg. Müsse Tennet mehr Details offenlegen, verbessere das die Möglichkeiten, rechtlich gegen die Trasse vorzugehen. Als Erfolg wertet auch Alexander Hinz, Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro Region Aulatal für Kirchheim und Niederaula, das Vorgehen der Netzagentur. Der gesamte Transitkorridor sei mittlerweile gepflastert von Bürgerinitiativen. Und die seien untereinander gut vernetzt. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass die Trasse überflüssig ist“, betont Hinz. Jetzt sei Tennet am Zug, eine nachvollziebare Bedarfsermittlung vorzulegen.

Dass Tennet offenbar einen unvollständigen Antrag bei der Agentur eingereicht hat, passt nach Ansicht von Niederaulas Bürgermeister Thomas Rohrbach „zu dem Eindruck, den wir bisher von Tennet gewonnen haben“. Ob dadurch langfristig verhindert werde, dass Suedlink durch die Region führt, bleibe aber abzuwarten.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich sieht die neuen Auflagen der Bundesnetzagentur als Bestätigung für das Engagement der Bürgerinitiativen entlang der geplanten Trasse. „Auch wir haben auf Schloss Neuenstein dem Chef der Bundesnetzagentur Jochen Homann unsere Bedenken in einem persönlichen Gespräch sehr deutlich gemacht“, erinnert Heiderich.

Deshalb sei es ein Schritt in die richtige Richtung, dass die Bundesnetzagentur nun klar mache, dass Tennet in den Antragsunterlagen die Dinge zu stark zusammengefasst habe.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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