„Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross sorgt für drei Stunden bester Unterhaltung

Engel auf Wolke sieben

Die Hände zum Himmel: Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut bringen das Publikum in der vollbesetzten Bad Hersfelder Stadthalle zum Mitklatschen. Sie sind Teil der Show „Immer wieder sonntags“ von und mit Stefan Mross. Fotos: Apel

BAD HERSFELD. Nun gut, nicht jeder ist Fan von Stefan Mross, und seine ARD-Sendung „Immer wieder sonntags“ ist eher etwas für Familien und ältere Semester. Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war die Stadthalle bei seinem Tourneebesuch am Mittwochabend ausverkauft, und es dürfte kaum einen gegeben haben, der nicht begeistert war von der bunten Mischung aus Musik, Comedy und gelungenen Überraschungen.

Wandelbar: Auch in die Rolle des Polizisten schlüpft Stefan Mross.

Kurz nach halb acht springt der Protagonist auf die Bühne und begrüßt sein Publikum alpenländisch-charmant mit „Habe die Ehre!“ Natürlich nimmt er es auch gleich für sich ein, als er darüber sinniert, ob seine Sendung nicht nach Bad Hersfeld verlegt werden sollte. Nach ein paar Späßen sind die „Cappuccinos“ an der Reihe. Jung, modern und mit Hingabe laden René und Michel Ursinus, Peter Brückner und Robert Kaufmann zur „Party auf dem Mond“ ein, „das Himmelbett ist schon gemacht“. Weil alle noch Singles sind – nur Robert ist angeblich in sein Schlagzeug verliebt, folgt der Song „Single Hotel“ und vom neuen Album die Schlagerrockballade „Hallo Engel auf Wolke 7“. Später zollen die jungen Burschen der Karnevalssaison Tribut, und die Waldhessen singen mit: „Da simmer dabei, dat is prima, viva Colonia!“

Ganz anders Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut. Die beiden Schwestern haben 2007 den Grand Prix der Volksmusik gewonnen und Stefan Mross schwärmt für sie. Sie zeigen sich von ihrer besten Seite: „Servus aus dem Alpenland!“ Dann kommt der Liebesjodler: „I mog di und du mogst mi!“ Überaus eindrucksvoll ihr a-capella, in blauem Lichtschein gesungenes „La Montanara“ und das Bergliedermedley, bei dem das Publikum mitschunkelt und für das die wandlungsfähigen jungen Damen mit viel Applaus belohnt werden. Zwischendurch gibt Stefan Mross den alten Luis Trenker, der auf dem stromlosen Bergbauernhof den Staubsauger-Vertreter von Vorwerk austrickst, und den Prof. Mross von der Schwarzwaldklinik.

Stadtfigur mit Ringen

Sein Klamauk kommt an. Er reicht jedoch nicht ganz an den heran, den die von Hansy Vogt gespielte, mit der Bahn angereiste und gleich zu Amazon gelaufene Ulknudel „Frau Wäber“ zum Besten gibt. Bei ihr sitzt jede Pointe „al dente“. Mit Schwarzwälder Bollenhut und „Stadtfigur mit oberem, mittlerem und unterem Ring“ weiß sie nach Abstechern zur Stiftsruine und Stadtkirche und einem Sturz vor dem Rathaus sogar den Bad Hersfelder Bürgermeister zu nehmen. Als dieser als Dank für seine Hilfeleistung um ihre Stimme bittet, kontert sie: „Aber Herr Fehling, ich bin doch nur auf den Popo gefallen – und nicht auf den Kopf!“

Und so geht es munter weiter – mal heiter, mal sentimental, als Stefan Mross seinem Vater ein Lied widmet („Wenn i mi anschau, seh i di“) und als er von seiner zwölfjährigen Tochter erzählt („Papa“). Weil bei ihnen in einem Spiel so viel Übereinstimmung festgestellt wird, gewinnen Lothar Niebuhr aus Ronshausen und Margret Skel aus Weiterode Eintrittskarten für den Europa-Park in Rust. Und weil das Publikum so nett ist, erhält jeder „einen Stern, der deinen Namen trägt.“ Großes Finale und Autogrammstunde. Drei Stunden sind fast wie im Fluge vergangen.

Von Wilfried Apel

"Immer wieder sonntags" Tournee mit Stefan Mross

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