Ernst Eidt von der Alheimer Kirchner Solar Group installiert in Tonga eine Solaranlage

Energie aus Südsee-Sonne

Eine Solaranlage für das Südseeresort auf Tonga: Ernst Eidt nach - zumindest teilweise - getaner Arbeit. Foto: Hoffmann

Nicht wenige Menschen kämen wohl zu dem Schluss, dass Ernst Eidt momentan den besten Job der Welt hat. Der Solarexperte der Kirchner Solar Group mit Sitz in Heinebach lebt seit Mai auf der Trauminsel Fafa im Südsee-Königreich Tonga - und rüstet zwischen Kokosnusspalmen und Bananenstauden die Energieversorgung des dortigen Resorts von Stromgeneratoren auf Solarenergie um. Die tongaische Lebensart hat Eidt dabei schon kennengelernt. „Wenn mal heute was nicht klappt, dann eben morgen“, sagt er.

Der Solar Power Consultant, so seine Bezeichnung, wohnt in einem Fale des Resorts, einem nach tongaischem Stil gebauten Holzhaus. Gleich ums Eck hängt eine Hängematte. Da Eidt aber seine deutschen Wurzeln hier nicht einfach ganz ablegen kann, verbringt er kaum Zeit mit Nichtstun. „Ich kann mich nicht einfach nur unter eine Palme legen und faulenzen, dafür bin ich nicht der richtige Typ“, sagt er. Zusammen mit rund zehn tongaischen Angestellten hat er 84 Module mit jeweils 180 Watt auf einem dafür gebauten Dach installiert.

Resort in deutscher Hand

Fafa liegt eine knappe Stunde Bootsfahrt entfernt von Tongas Hauptinsel Tongatapu. Das Resort auf der kleinen Insel, die von einem breiten, weißen Sandstrand und einem riesigen Korallenriff umgeben ist, wurde vor mehr als 20 Jahren von deutschen Auswanderern aufgebaut, noch heute ist es in deutscher Hand. Eidt kennt einen der Besitzer schon lange und riet zu dieser Investition.

Das Königreich Tonga hat sich außerdem vorgenommen, innerhalb weniger Jahre die Hälfte des Strombedarfs mit Strom aus erneuerbaren Energien zu decken. Auf Fafa will man mit gutem Beispiel vorangehen. Die gesamte Anlage kostete 100 000 Euro - eine ordentliche Investition, die sich aber schon jetzt auszahlt. Seit wenigen Wochen bleiben die Generatoren aus. Die 48-Volt-Batterien sind im Einsatz. Sämtliche Küchenanlagen, Gefriertruhen, Wasserpumpen, die Resortbeleuchtung und Ventilatoren werden damit betrieben. „Die Module bringen hier in der Südsee zwischen 20 und 30 Prozent mehr Leistung als bei uns in Deutschland“, sagt Eidt. Eine Windturbine einer neuseeländischen Firma soll noch in diesem Jahr mit der Solaranlage kombiniert werden.

Viele Anfragen

Auch kommen nun viele Anfragen von den nördlichen Insel-Gruppen, und in der nächsten Zeit wird es wohl etwas „stressig“ in der Südsee.

Eidt kennt sich in Tonga aus: Er war bereits als Entwicklungshelfer der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und für eine deutsche Reederei im gesamten Südsee-Raum.

Am Wochenende setzt er von Fafa Island mit der Resort-yacht „Seastar“ gerne nach Nuku’alofa über, in die Hauptstadt Tongas, mit ihren 20 000 Einwohnern. Vom dortigen Hafen aus starten die lokalen Fischerboote. Einige seiner Freunde sind Fischer, und er, der Palangi, der Weiße, ist auch auf den Geschmack gekommen. Ein bisschen Entspannung muss man sich nach einer harten Woche auf der Insel ja auch gönnen.

www.fafaislandresort.com

Von Adrian Hoffmann

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