Biomasse: Fraunhofer Institut errichtet Experimentierzentrum auf dem Eichhof

Energie schlägt Wurzeln

Besichtigung: Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich, Vierte von links, mit den Vertretern des Landesbetriebs Landwirtschaft und der Führung des IWES vor dem Rohbau des Technikums am Radweg nach Kohlhausen. Fotos: Hornickel

BAD HERSFELD. Das Hessische Landwirtschaftszentrum am Schloss Eichhof in Bad Hersfeld hat die besten Chancen, sich zu einem europäischen Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe zu entwickeln. Das versicherte Professor Dr. Jürgen Schmid, der Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) aus Kassel der hessischen Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich bei deren Besuch in Bad Hersfeld. Das deutsche Kompetenzzentrum ist in Leipzig angesiedelt.

Die Ministerin besuchte das Landwirtschaftszentrum vor den Toren der Stadt und informierte sich dabei speziell über die neue Allianz zwischen dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) und Fraunhofer IWES bei der Verstromung und Veredelung von Biogas. Momentan werden 2,8 Millionen Euro im Eichhof investiert. Neue Entwicklung bei der Nutzung von Biomasse ist die Umwandlung von Biogas in universell nutzbares Ferngas. Dazu müssen Methan und Kohlendioxid getrennt werden.

Das Fraunhofer IWES erforscht mit 250 Mitarbeitern nicht nur die Nutzung von Wind und Sonne, sondern auch die Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen und die Entwicklung von Steuerungssystemen. So sollen Lücken im Energiestrom vermieden werden, wenn der Wind nicht bläst oder die Sonne nicht genügend Kraft hat, um die Photovoltaik-Anlagen zu versorgen. Das Landwirtschaftszentrum Eichhof ist nach Kassel der zweitgrößte der 18 Standorte des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen.

70 Bedienstete zählt die Einrichtung. Jetzt kommen neue, hochqualifizerte Mitarbeiter des Fraunhofer Instituts hinzu. Beispielsweise Imke Deeke, die für den Eichhof und IWES weitere Forschungsprojekte akquirieren soll, oder Verfahrenstechniker Frank Schünemeyer im Labor.

Jetzt trifft im Eichhof IWES-Ingenieurtechnik auf Ackerbau und Viehzucht. Die Ministerin sah bei einer Rundfahrt, was geplant ist oder entsteht: • Umbau des bisherigen Gebäudes für die überbetriebliche Ausbildung) zu einem Labor- und Bürogebäude für das IWES (Technikum Biogas). Neubau eines „Technikums Pflanzenbau.“ (Forschung zur Produktion und Vorbehandlung nachwachsender Rohstoffe zur energetischen Nutzung). • Erweiterung der Biogasanlage am Eichhof, Ausbau zu einer Forschungs- und Versuchsanlage mit höherer Leistung.

Alle Maßnahmen sind im Gange, wobei der Umbau der Biogasanlage im wesentlichen erst im Frühjahr starten wird.

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUELV) stellte im November noch weitere 800 000 Euro bereit, damit der Eichhof die Biogasanlage erweitern kann.

Ende des Jahres fertig

Der Bau der größeren Fahrsiloanlage hat bereits begonnen, der Abriss alter Lagerbehälter und Neubau eines Gär-Reste-Lagers starten, sobald es die Witterung zulässt. Ende des Jahres muss alles fertig sein.

Von Kurt Hornickel

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