Privat- und Geschäftsleute in Bad Hersfeld gründen Bürger-Energiegenossenschaft

Energie für Einsteiger

Unser Bild zeigt die neu gewählten Organe der Bürger-Energiegenossenschaft von links: Markus Trapp und Joachim Rode (beide Vorstände), Gerhard Heß, Ronald Englich und Reinhard Bolender als Aufsichtsratsmitglieder mit dem Logo der BEH eG.

Bad Hersfeld. 24 Bad Hersfelder Privat- und Geschäftsleute haben die erste Bürger-Energiegenossenschaft der Stadt gegründet. Die Versammlung fand am Wochenanfang im Multifunktionsraum der Konrad-Duden-Stadtbibliothek statt.

Das neue Unternehmen hat sich die Erzeugung und Versorgung mit erneuerbaren Energien zum Ziel gesetzt. Es nennt sich BEH. Die Abkürzung steht für Bürger Energie Hersfeld. In den Aufsichtsrat der Bürger-Energiegenossenschaft wählten die Mitglieder der Gründungsversammlung Gerhard Heß als Aufsichtratsvorsitzenden, Reinhard Bolender als Stellvertreter und Ronald Englich als Schriftführer. Anschließend berief der Aufsichtsrat in seiner ersten Aufsichtratssitzung Markus Trapp und Joachim Rode als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, die ab sofort den Geschäftsbetrieb leiten.

Viele Bürger sind bereit, sich für ihre Umwelt und in regionalen Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien zu engagieren. Oft fehlen jedoch die notwendige Dach- oder Wiesenfläche, das erforderliche Kapital oder schlichtweg die Erfahrung und relevante Kontakte. In diesen Fällen will die neue Genossenschaft Ansprechpartner für Interessierte und Investoren sein.

Vorbilder in Deutschland

Erste Gedanken zu bürgerfinanzierten regionalen Energieprojekten äußerte Bürgermeister Thomas Fehling bereits im vergangenen Jahr. Der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bad Hersfeld, Guido Spohr, übernahm die Moderation dieser Idee und fand Vorbilder in Deutschland in neu gegründeten Energiegenossenschaften, die bereits erfolgreich operierten. Die gleiche Überlegung beschäftigte die beiden Hersfelder Markus Trapp und Joachim Rode, die mit Guido Spohr im Januar die Umsetzung des Projektes Bürger-Energiegenossenschaft initiierten. Eine Satzung wurde zusammen mit weiteren Interessierten und Unterstützung der VR-Bank, der Sparkasse und dem Genossenschaftsverband erarbeitet. Auch ein Geschäftsplan gehört dazu.

„Unsere Ziele sind insbesondere die Planung, Projektierung und der Betrieb von Anlagen zur Energieerzeugung in Form von Strom und/oder Wärme. Ebenso wollen wir uns um den Absatz der gewonnenen Energien kümmern“ erläutert Markus Trapp als frischgewähltes Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft. „Wir können uns auch die Beteiligung oder den Kauf bereits bestehender Anlagen zur Energieerzeugung vorstellen.“ ergänzt Joachim Rode als zweites ehrenamtliches Vorstandsmitglied der BEH. „Vornehmlich werden wir uns nach Eintragung unserer Genossenschaft in das Genossenschaftsregister aber um eigene neue Projekte kümmern. Zeitnah soll ein Internet-Auftritt erstellt werden.

Die Höhe eines Geschäftsanteils beträgt bei der BEH eG 1 000 Euro und wird ausschließlich regional investiert. Mitglieder können sich mit mehreren Geschäftsanteilen beteiligen.

Insgesamt sollen von der neuen Genossenschaft mehrere Gruppen als Gewinner profitieren: Bürger und lokale Unternehmen können Mieten für vermietete Dachflächen erhalten, die Mitglieder erhalten Dividende auf ihre Geschäftsanteile und lokale Dienstleister erhalten Aufträge zur Installation und Wartung der Energieanlagen. Nicht zuletzt profitiert auch die Stadt über die Gewerbesteuerzahlungen der Genossenschaft und der Dienstleister.

Von Kurt Hornickel

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