Wissenschaftler und Abfallexperten aus ganz Deutschland tagen in Bad Hersfeld

Energie aus der Biotonne

In einer solchen Vergärungsanlage könnte aus dem Bioabfall Energie gewonnen werden. Unser Foto zeigt Thomas Raussen vom Witzenhausen-Institut am Modell einer Anlage, das in der Stadthalle ausgestellt ist. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Bad Hersfeld entwickelt sich immer mehr zu einem Kompetenzzentrum für Bio-Energie. So diskutieren seit gestern rund 230 Wissenschaftler und Abfallexperten beim zwei-tägigen 6. Biomasse-Forum in der Stadthalle über Möglichkeiten zur Verwertung von Biomüll.

Veranstaltet wird das Forum vom Witzenhausen-Institut für Abfall, Umwelt und Energie und dem Eichhof. Es findet bereits zum zweiten Mal in Bad Hersfeld statt, weil die hiesige Stadthalle mehr Platz für Besucher und Aussteller bietet, die Verkehrsanbindung für die bundesweit anreisenden Gäste besser und das Hotelangebot größer ist.

Wiege der Kompostierung

Dabei gilt eigentlich Witzenhausen als „die Wiege der Kompostierung“, erklärt Thomas Raussen, der Geschäftsführer des Witzenhausen-Instituts. Er lobt aber auch die gute und intensive Zusammenarbeit mit dem hiesigen Biogas-Kompetenzzentrum am Eichhof, dessen Experten auch zu den Referenten des Forums gehören.

Bei der Fachtagung gehe es im Kern darum, wie man durch den Einsatz von modernen Vergärungsanlagen aus Bioabfällen Gas gewinnen kann, erläutert Raussen. „Das ist zwar noch nicht die Rettung der Energiewende, aber schon ein wichtiger Baustein“, sagt der Diplom-Ingenieur. Immerhin beträgt weltweit der Anteil der biogenen Masse im Haushaltsmüll zwischen 35 und 70 Prozent. Wertvolle Ressourcen werden oft einfach ungenutzt weggeworfen.

„Wenn man den durchschnittlich in einem Kreis anfallenden Bioabfall zur Energieerzeugung nutzen würde könnte man dafür auf den Anbau von 300 bis 400 Hektar Mais verzichten“, sagt Raussen. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sei die Nutzung des Bioabfalls derzeit eher unterdurchschnittlich, im Schwalm-Eder Kreis wird er gar nicht gesammelt, weil man dort langfristige Verträge mit Müllverbrennungsanlagen habe. Ziel sei es daher, die Bioabfall-Nutzung bundesweit deutlich zu steigern.

Von Kai A. Struthoff

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