In Bad Hersfeld wird das Blindenleitsystem teilweise erneuert

Ende der Rutschpartie

In Bad Hersfeld werden die aufgeklebten, sich ablösenden und rutschigen Blindenelemente ausgetauscht. Das Bild rechts zeigt Christopher Biel von der Firma Räuber an der Kreuzung Obere Frauenstraße/Wehneberger Straße. Nicht betroffen sind die ins Pflaster eingearbeiteten Betonelemente (Bild oben). Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Die aufgeklebten Rillen- und Noppenelemente auf einigen Gehwegen in Bad Hersfeld sollen Blinden die Orientierung erleichtern. Bei Nässe werden sie allerdings extrem rutschig und für Fußgänger wie Radfahrer zur Gefahr. Nun werden die sogenannten Bodeninformationen von Mitarbeitern der Firma Räuber ausgetauscht – zumindest teilweise.

Vorerst sind nur die Elemente im Bereich Wehneberger Straße/Dippelstraße „dran“. „Dort herrschte aufgrund der besonderen Topographie Handlungsbedarf“, so Frank Stutz vom Fachbereich Technische Dienste.

2009 wurden die Nebenanlagen der Knotenpunkte Wehneberger Straße/Dippelstraße sowie Dippelstraße/Benno-Schilde-Straße in Abstimmung mit dem Behindertenbeirat der Stadt mit eben jenen Elementen ausgestattet, die mit Zwei-Komponenten-Kleber auf das vorhandene Betonpflaster geklebt wurden.

Kosten: 14 000 Euro

„Im Laufe der Jahre haben sie sich teilweise gelöst und die zunächst raue Oberfläche ist immer glatter geworden“, erklärt Stutz. Rund 23 000 Euro hat die Anschaffung und die Verlegung 2009 gekostet. Die Kosten für den Austausch und das Material an der Wehneberger Straße/Dippelstraße betragen laut Stutz nun rund 14 000 Euro. Die neuen Elemente aus Beton werden ebenerdig verlegt beziehungsweise in das Pflaster eingearbeitet.

Nicht von der „Tauschaktion“ betroffen sind derzeit noch der Bereich Dippelstraße/Benno-Schilde-Schilde sowie die die geriffelten und genoppten Pflasterelemente, die eine griffigere Struktur haben als die „Matten“.

In Zukunft soll laut Stutz überall die Rutschpartie ein Ende haben. Wünschenswert wäre ein Blindenleitsystem zudem in der ganzen Stadt, das koste aber natürlich.

Um die Stadt behinderten- und rollstuhlgerechter zu machen, sollen im Laufe des Jahres weitere Bereiche in der Innenstadt ausgebaut werden, heißt es aus der Verwaltung. Dazu zählt auch die Markierung von Parkplätzen. Der Behindertenbeirat der Stadt begrüßt die Anstrengungen, wenngleich diese noch nicht weit genug gingen.

Der Vorsitzende Karl-Heinz Rohloff kritisiert in diesem Zusammenhang die fehlende finanzielle Unterstützung vonseiten des Landes: „Es mangelt wie so oft am Geld, leider.“

Von Nadine Maaz

Kommentare