Das neue Nutzungskonzept für das Krankenhaus St. Elisabeth und die Folgen

Ende jeder Unfallchirurgie

Sieht sich und seine Praxis am Ende: Chirurg Bernhard Hennes (rechts) mit seiner Helferin Tamara Modenbach (sitzend) und Praktikantin Diana Hahn. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Der selbstständige Chirurg Bernhard Hennes ist seit 13 Jahren Nutzer des Traktes an der Rückseite des St. Elisabeth-Krankenhauses. Auch er muss bis zum Ende des ersten Quartals 2012 seine angemieteten Räume verlassen. In den zurückliegenden drei Jahren hat er das Siechtum des Hauses verfolgt. In erster Linie führt er die wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Hauses auf die Fallpauschalen und die schrumpfende Verweildauer der Patienten zurück. Das Ende des Krankenhauses St. Elisabeth als Beleghaus sei für ihn absehbar gewesen, bekennt Bernhard Hennes. Schon jahrelang wartete er darauf, dass das technisch überholte Röntgengerät durch eine digitale Anlage ersetzt wird.

Dass das Haus, das sich nach dem zweiten Weltkrieg vom Kurheim zum katholischen Hospital mauserte, dieses Ende finden würde, ahnten weder Personal noch die Ärzte.

Hennes ist einer von sieben Ärzten, die momentan noch die Dienste des Hauses in Anspruch nehmen. 14 Belegbetten hat Bernhard Hennes für seine Patienten reserviert. Er ist Chirurg und Durchgangsarzt, also Partner der gesetzlichen Unfallversicherer, wenn Menschen zu ihm kommen, die an der Arbeit oder auf dem Weg zum Job verunglückt sind.

Er erbringt dieselben Leistungen wie eine Akut-Unfallchirurgie, allerdings ohne Intensivstation.

Zusätzlich zu Hennes sind zwei weitere niedergelassene Chirurgen zwei Bad Hersfelder Internisten sowie zwei Gynäkologen und Geburtshelfer Partner des Krankenhauses. Sie alle werden das Feld räumen müssen. Momentan verfügt das katholische Krankenhaus noch über eine moderne Geburtshilfe-Station und einen Operationssaal. Diese mit Steuergeld geförderten Einrichtungen übernimmt nach Kenntnis von Chirurg Hennes das Klinikum Bad Hersfeld. Dessen Geschäftsführer Martin Ködding wollte gestern keine Angaben machen.

Von Kurt Hornickel

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