Gerlach-Mutterhaus am Kirchplatz wird abgerissen – Barrierefreie Wohnungen

Ein Ende und ein Anfang

Aus alt mach neu: Hans-Jürgen Gerlach, Architekt Fred Dehn und Johannes van Horrick, Leiter der Technischen Verwaltung und mit der Denkmalpflege beauftragt (von links), stellten die Pläne für den Neubau vor, dem das Gerlach-Mutterhaus weichen muss. Das kleine, historische Bild zeigt die Straße Rainchen mit dem Gerlach-Haus rechts. Fotos: Maaz/nh

Bad Hersfeld. Schon in zwei Wochen könnten die Bagger anrücken: Das Mutterhaus der Bäckerei Gerlach am Kirchplatz 10 in Bad Hersfeld muss einem Neubau weichen.

Seit 1918 ist das dreigeteilte Gebäude im Besitz der Familie Gerlach. Das Wohnhaus links neben dem Ladenlokal, in dem zuletzt für drei Jahre das Gerlach-Outlet untergebracht war, entstand vermutlich um die Jahrhundertwende zum 18. Jahrhundert. 1960 wurde schließlich angebaut, 1970 komplett saniert.

Für Besitzer Hans-Jürgen Gerlach, der selbst dort aufgewachsen ist, ist der Abriss des geschichtsträchtigen, aber arg sanierungsbedürftigen Hauses ein „komisches Gefühl“. Aber: „Es ist natürlich auch eine Kosten-Nutzen-Frage“, sagt Gerlach, dessen Mutter noch bis vor zwei Jahren in dem Haus am Kirchplatz wohnte. Die Backstube war schon 1988 nach Unterhaun verlegt worden, sodass dieser Bereich des Gebäudes die vergangenen 25 Jahre leerstand.

„Die ersten Aufträge für den Abbruch und den Rohbau sind vergeben“, erläutert Architekt Fred Dehn, sodass in zwei Wochen mit den Abbruchrbeiten begonnen werden könne. Der Rohbau soll ab etwa Mitte März entstehen, mit der Fertigstellung rechnen Dehn und Gerlach für Ende 2014/Anfang 2015.

Erste Überlegungen, das Haus neu zu gestalten, habe es laut Hans-Jürgen Gerlach schon vor 20 Jahren gegeben, ab 2006 seien dann gemeinsam mit dem Architekturbüro Dehn erste Pläne erarbeitet worden, bevor diese 2010 neu auflebten und konkretisiert wurden. Da zumindest das Wohnhaus denkmalgeschützt ist, kam ein Abriss allerdings nur mit einem adäquaten Ersatz in Frage. „Anregungen haben wir vom Landesamt für Denkmalpflege und der Denkmalbeirat der Stadt Bad Hersfeld bekommen“, erklärt Hans-Jürgen Gerlach.

In dem Neubau sollen im Erdgeschoss entweder zwei Ladenlokale oder eine Fläche mit Gastronomie entstehen. Bei eigener Nutzung würde laut Gerlach das Outlet wieder einziehen, für das ansonsten ein anderer Standort gesucht werde. Im oberen Bereich, mit Blick auf die Stadt, sollen fünf per Fahrstuhl zu erreichende barrierefreie Mietwohnungen zwischen 60 und 100 Quadratmetern entstehen. Auch zwei Garagen sind geplant.

Während die unteren Etagen gemäß den Abmessungen des alten Gebäudes errichtet werden, werden die Obergeschosse laut Architekt in rechtwinkliger Form zurückgesetzt angeordnet und erhalten ein Satteldach. „Beide Etagen werden auch farblich abgesetzt“, so Dehn, wobei die Materialien und die Farbgestaltung an die vorhandene Bebauung angepasst werden sollen. Abriss und Neubau sind somit nicht nur Ende, sondern auch Neuanfang.

Von Nadine Maaz

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