Opernpreis für Martin Kronthaler – Nachwuchspreise für Anli Sasaki und Sujin Lee

Emotionen in Musik

Orpheuspreisträgerin Sujin Lee: Die 1985 in Südkorea geborene Sopranistin singt Gilda in „Rigoletto“. Fotos: Maaz

Bad Hersfeld. Musik bewegt und verbindet: Die Gäste beim Festakt zur Verleihung des Hersfelder Opernpreises und des Orpheuspreises für Nachwuchssänger einte am Sonntagmittag das gemeinsame Interesse an der Musik und sie durften sich verzaubern lassen von den instrumentalen und gesanglichen Darbietungen.

Der Hersfelder Opernpreis geht in diesem Jahr an Martin Kronthaler, der bei den 33. Bad Hersfelder Opernfestspielen in der Stiftsruine den Rigoletto singt. Der Bariton hatte die Experten-Jury mit seiner facettenreichen Darstellung der komplexen Figur und der Textverständlichkeit seines Gesangs überzeugt. Persönlich in Empfang nehmen konnte er seine Urkunde allerdings nicht, da er an Stimmproblemen litt und sich für den Auftritt am Abend schonen wollte, wie Dr. Thomas Wurzel berichtete, der als Geschäftsführer der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen die Preisverleihung übernahm.

Der Orpheuspreis für Nachwuchssänger ging gleich an zwei junge Talente: Anli Sasaki erhielt den Preis für ihren Part der Donna Anna in „Don Giovanni“ und Sujin Lee überzeugte als Gilda in „Rigoletto“.

Die Jury begründete ihre Auswahl mit Lees „hoher Musikalität, sicherer Intonation und berührender szenischer Darstellung“, Sasakis Gesang zeichne sich durch eine nuancierte Tongebung und dramatische Koloraturen aus.

Von der stimmlichen Qualität und der Ausstrahlung der Preisträgerinnen konnten sich die Gäste des Festakts dann auch selbst überzeugen, als die Sopranistinnen auf der großen Bühne eine Kostprobe ihres Gesangs gaben.

Bei der Eröffnung des Festaktes hatte der Vorsitzende des Arbeitskreises für Musik, Alf Rothe, noch einmal allen Beteiligten und Mitwirkenden der Opernfestspiele gedankt, die „vor, auf und hinter der Bühne großartiges leisten“.

Hessens Kultusministerin Nicola Beer verwies unter anderem auf die Bedeutung von musikalischen Förderprojekten für Kinder und Jugendliche, damit auch diese „die schönste Sprache der Welt“ kennenlernen. Sie hatte außerdem einen 500-Euro-Förderbescheid für das Bach-Haus dabei.

Auf das 2004 mit Hilfe von Bund, Land und Stadt entstandene Johann-Sebastian-Bach-Haus als überregionales Zentrum für musische Bildung blickte auch Staatssekretär Horst Westerfeld, der als Vertreter des Hessischen Finanzministeriums versuchte, einen Bogen zwischen der Mathematik und der Musik zu spannen.

Dass die Bad Hersfelder Opernfestspiele als Marke eine deutschlandweite Strahlkraft bis nach Bayern haben, berichtete Bundestagsmitglied Stephan Thomae, der selbst aus dem Allgäu kommt. Er widmete sich zudem der Kooperation mit Künstlern aus Osteuropa, und wollte den Wert Europas höher als dessen Preis verstanden wissen.

Das Musikalische durfte beim Festakt in der Ruine aber natürlich auch nicht zu kurz kommen – dafür sorgten die Dirigenten Siegfried Heinrich, Markus Fischer und Michael Stolle, der Hersfelder Festspielchor und das Opern-Orchester Virtuosi Brunensis.

Von Nadine Maaz

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