Neuanfang als Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Elisabeth-Krankenhaus schließt im März 2012

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Bad Hersfeld. Das katholische Krankenhaus St. Elisabeth im Bad Hersfelder Kurpark schließt im März 2012. Die 40 Mitarbeiterinnen erhalten ihre Kündigungen. Ein Sozialplan ist offenbar nicht vorgesehen.

Eine Mitarbeitervertretung in Form eines Personal- oder Betriebsrates gibt es nicht. Das Haus wird jedoch nicht verwaisen. das Hessische Sozialministerium hat mit dem Betreiber, dem Fuldaer Herz-Jesu-Klinikum, vereinbart, dass St. Elisabeth in eine Kinder- und Jugendpsychiatrische Tagesklinik umgewandelt wird. Dies sichere die Zukunft des Gesundheitsstandortes sowie die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung des Landkreises, versicherte dazu eine Sprecherin des Wiesbadener Sozialministeriums auf Anfrage.

Über die grundlegende Wende im Konzept des Hauses informierten die Verwaltungsleitung und die Schwester Oberin am Montag die Belegschaft und die freiberuflichen Ärzte, die das Krankenhauszur Behandlung und Pflege ihrer Patienten nutzen.

Sowohl die Mitarbeiter des Hauses als auch die freiberuflichen Beleg-Ärzte zeigten sich von der Entscheidung überrascht. Dass sich das Haus durch die Folgen der Gesundheitsreform in einer schwierigen Situation befand, zeichnete sich auch nach der Übernahme durch Herz-Jesu ab. Die Schließung konnte jedoch keiner ahnen.

„Ich bin pleite“: So kommentierte gestern der Chirurg und Durchgangsarzt Bernhard Hennes die Entscheidung der Krankenhausleitung. Hennes betreibt seit 1998 an der Rückfront des Krankenhauses seine Praxis. Ohne das Röntgengerät im Haupthaus von St. Elisabeth ist er bei der Diagnose von Brüchen und Verstauchungen aufgeschmissen. Bei der Akutversorgung nach Unfällen kann er zur Diagnostik unmöglich zuerst an andere Kollegen am Ort verweisen. Für einen Neuanfang fühlt sich der 57-jährige zu alt.

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