160 Feuerwehrleute bleiben zuhause

Elbhochwasser: Sachsen sagt Hilfe aus Waldhessen kurzfristig ab

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Hersfeld-Rotenburg. Alles war vorbereitet, da kam die Absage: 160 Feuerwehrleute aus dem Landkreis, die eigentlich am Mittwochmorgen mit 29 Fahrzeugen von Ronshausen zum Hochwassereinsatz nach Dresden starten sollten, bleiben in Waldhessen.

„Das hessische Kontingent ist gestoppt worden“, bestätigte Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten auf Anfrage unserer Zeitung.

Gemeinsam mit Feuerwehrleuten aus anderen Regionen sollten die Waldhessen die Einsatzkräfte ablösen, die Hessen Anfang des Monats auf ein Hilfeersuchen nach Sachsen entsandt hatte. Auf die zweite Hilfswelle habe der Freistaat jedoch verzichtet. „Wir hatten alles vorbereitet, Führungskräfte wurden festgelegt“, sagt Weingarten. Auch die Freistellung der Helfer von ihren Arbeitsplätzen, sogar die genaue Fahrtroute seien bereits organisiert gewesen.

Helfer des ersten Kontingents hätten von einer „Das-ist-unser-Hochwasser-Mentalität“ bei den Behörden vor Ort berichtet. Die Kräfte aus Hessen seien von der Einsatzleitung kaum eingesetzt worden. „Es ist mir lieber, wir fahren nicht, als dort untätig sein zu müssen“, sagt der Kreisbrandinspektor. Die Feuerwehrleute seien jetzt natürlich enttäuscht. Mit einem Einsatz in den Hochwassergebieten flussabwärts rechnet Weingarten nicht. Niedersachsen habe aus Hessen lediglich Spezialpumpen angefordert.

Die Pressestelle des Innenministeriums Sachsen verweist auf Anfrage unserer Zeitung auf die Städte und Landkreise, die ihren Bedarf angemeldet hätten. Der Pressesprecher der Stadt Dresden, Kai Schulz, widerspricht: Für Hilfeersuchen an andere Bundesländer sei das Land zuständig. Ein Teil der insgesamt 1000 hessischen Helfer sei in Dresden zur Unterstützung integriert worden. Die Einsatzleitung habe zur Umsetzung des Hochwasserabwehrplans keinen zusätzlichen Kräfte benötigt. (jce)

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