Streudienste gingen aufs Ganze – Ambulanz voll

Eispanzer überzog Waldhessen

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Hersfeld-Rotenburg. Frakturen nach Stürzen und zusätzliche Patienten wegen der hygienischen Schwierigkeiten an den Kliniken in Fulda und Kassel – die Ärzte und Schwestern in der Notaufnahme des Klinikums Bad Hersfeld waren gestern wieder an der Grenze ihrer Belastbarkeit. „Unglaublich“, mit diesem Wort schilderte Assistenzarzt Guy Waisbrod die Lage am Mittag. Mindestens 60 Patienten hatte die Unfallambulanz bis dahin durchgeschleust. Der OP laufe unter Volllast und noch immer warteten Patienten.

Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bad Hersfeld hatten da ihre Schlacht bereits geschlagen. Sie waren auf die Regen- und Graupelschauer besser eingestellt als die Otto-Normal-Verbraucher. Ab 3 Uhr liefen die Motoren warm, um eine Stunde später mit allen acht Fahrzeugen auszurücken.

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Die Autos stehen in einer temperierten Halle. Deswegen müssen Straßenwärter vor dem Einsatz keinen Eispanzer von den Scheiben kratzen. „Auch wir hatten das Gefühl, wie auf Eiern zu fahren“, sagte ein Mitarbeiter. Statt der einfachen Wurfketten zogen die Straßenwärter gleich die starken Schneeketten auf, als sie zum Streudienst ausrückten. „Das mussten wir auch machen. Schließlich fahren auch wir nicht auf Schienen.“

Salz ist genug da. „Wir haben alles gegeben, was wir hatten“, sagte ein Mitarbeiter der Dienststelle. Bis zum Mittag waren die Straßendienste voll beschäftigt. Dann waren alle Routen, selbst die Strecke über den Eisenberg, wieder problemlos befahrbar.

Ein Fahrzeug erlitt einen technischen Defekt. Am Vormittag wurde auf Problemstrecken in den Höhenlagen noch einmal nachgestreut. Dann hieß es: „Alle Straßen sind offen.“ Bei den Straßendiensten hofft man jetzt, dass sich der Winter an dieser letzten Attacke die Zähne ausgebissen hat.

Parkplätze spiegelglatt

Weitgehend entspannt blieb die Lage auf den heimischen Autobahnen. Die Autobahnmeisterei hatte abends, noch vor der Tagesschau, eine Runde vorgestreut. Dann saßen drei Mitarbeiter gleich auf dem Stützpunkt in Bereitschaft. Mit ein wenig Verspätung rückte dann der Rest der Mannschaft an: „Da war nix – alles war frei“, versicherte Thomas Batzke, Leiter der Autobahnmeisterei.

Selbst der Stau, der vormittags auf der Verbindungsspange von der A7 aus Richtung Norden zur Autobahn Kirchheim Eisenach entstand, sei nicht dramatisch gewesen. An dieser Stelle führen sich schlecht beladene Lkw selbst im Sommer fest, meinte Batzke. Auf Parkplätzen und Rasthöfen sowie auf den Zu- und Abfahrten dagegen war es nach Informationen von Polizeisprecher Manfred Knoch spiegelglatt. (kh)

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