Der kalte Dezember hat hunderte Schlaglöcher in die Straßen der Region gefressen

Aus Eis- wird Buckelpiste

Holprige Angelegenheit: Der Winter hat die viel befahrene Ortsdurchfahrt in Asbach besonders kalt erwischt. Foto: Pistor

Bad Hersfeld. Die tauende Schneedecke legt eine Mondlandschaft frei: Krater an Krater erscheint im Belag mancher Straßen. Von den Frostbeulen betroffen sind laut der Straßenmeisterei in Bad Hersfeld alle stark befahren Straßen.

„Der bitterkalte Winter und häufige Frost-Tau-Wechsel haben den Straßen in der Region stark zugesetzt“, sagt Thomas Hoppe, Leiter der Straßenmeisterei in Bad Hersfeld. 500 bis 600 Löcher haben er und seine Kollegen auf 350 Kilometern Bundes-, Landes- und Kreisstraßen rund um Bad Hersfeld bisher gezählt.

Sicherheitsleck stopfen

Nachdem sie die Straßen in Waldhessen von Eis und Schnee befreit haben, rollt jetzt eine Lawine weiterer Arbeit auf die Mitarbeiter der Straßenmeistereien und Kommunen zu: Im Eiltempo sollen sie die Flicken ausbessern. „Denn insbesondere große Schlaglöcher gefährden die Verkehrssicherheit“, sagt Hoppe.

Buckelpisten werden somit zu Flickenteppichen. Der Grund: „Wir können die Straßen derzeit nur provisorisch kitten – mit Kaltmischgut“, sagt der Straßenmeisterei-Leiter, der auf das Frühjahr warten muss. Erst dann können Asphaltarbeiten ausgeführt werden. Bislang haben seine Mitarbeiter etwa die Hälfte aller neu entstandenen Schlaglöcher provisorisch gekittet.

Auch die Mitarbeiter der Stadt Bad Hersfeld füllen derzeit mit Hochdruck die Löcher mit dem Asphaltgemisch. „Das sind Notreparaturen, die dringend nötig sind“, berichtet Martin Bode, Fachbereichsleiter des Technischen Dienstes. Der Winter habe auch innerorts beträchtlichen Schaden angerichtet. Besonders holprig fahre es sich laut Bode beispielsweise auf der Landeckerstraße, der Dudenstraße oder der Friedrich-Ebert-Straße.

Das Löcherstopfen kostet die Autofahrer Geduld und die Kommunen und Straßenmeistereien viel Geld. Bisher habe der Winter einen Großteil des Budgets gefressen, sagt Thomas Hoppe von der Straßenmeisterei. Erst leerte das viele Salz die Kassen von Straßenmeisterei und Kommunen, jetzt die Flickschusterei.

„Geht man davon aus, dass das Füllen eines Lochs 70 bis 80 Euro kostet, kann man sich leicht ausrechnen, welche Summen da auf uns zukommen“, so Hoppe. Bisher habe die Straßenmeisterei rund 19 000 Euro in die Holperstraßen des Kreisteils Hersfeld investiert – und ein Ende ist nicht in Sicht: Je kälter und länger der Winter, desto größer die Abgründe, die sich auftun: „Ganze Straßen werden im Moment zu Sanierungsfällen.“

Von Pia Schleichert

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