Interview mit Pröpstin Sabine Kropf-Brandau über die Weihnachtsfreude

Ein einzigartiges Geschenk

Pröpstin Sabine Kropf-Brandau liebt Geschenke. Foto: Janz

Hersfeld-Rotenburg. Für Pröpstin Sabine Kropf-Brandau ist Weihnachten in diesem Jahr anders als sonst. Sie wird nur einen Gottesdienst halten, den um 18 Uhr in der großen Stadtkirche, und sie wird mit ihrer Familie in einem ganz neuen Umfeld feiern.

Frau Kropf-Brandau, was ist Ihre schönste Weihnachtserinnerung?

Pröpstin Sabine Kropf-Brandau: Weihnachten als Kind habe ich in ganz schöner Erinnerung. Das lief immer ganz ritualisiert und schön ab und das habe ich auch übernommen für meine Kinder. Das Schönste an Weihnachten ist immer, wenn meine Kinder sagen: So wie wir’s gemacht haben, war’s wunderschön.

Gibt es spezielle Weihnachtstraditionen, die in Ihrer Familie gepflegt werden?

Kropf-Brandau: Auf jeden Fall natürlich der Gottesdienst. Gottesdienste gehörten zu meinem Weihnachten in der Kindheit dazu und tun es bis heute. Viele Gottesdienste, Krippenspielgottesdienste. Sobald die Kinder laufen konnten, haben sie sich daran beteiligt. Die ganze Familie wirkte mit an Weihnachten.

Und zu Hause?

Kropf-Brandau: Das Weihnachtszimmer ist bei uns verschlossen. Am 23. haben mein Mann und ich immer den Baum geschmückt und alles vorbereitet, wenn die Kinder im Bett waren. Dann waren die Weihnachtspredigten auch fertig. Den Kindern haben wir erzählt, das machen die Engel.

Am ersten Weihnachtstag, auch ganz ritualisiert, trifft sich die ganze Großfamilie zum Essen bei meiner Mutter.

Von der oft beschworenen stillen Zeit im Advent ist ja nicht mehr viel übrig. Wie gehen Sie mit Weihnachtsstress um? Haben Sie Tipps, wie man ihm ausweichen kann? Und wo finden Sie Ihre Momente der Stille?

Kropf-Brandau: Solange man kleine Kinder hat, ist das fast einfacher. Da waren die Momente der Stille: jeden Abend eine Adventsgeschichte lesen, am Adventskranz sitzen, Plätzchen essen. Ich glaube, dass es wichtig ist, Rituale zu pflegen. Bis heute backe ich mit meinen Kindern Plätzchen, bis heute versuchen wir, in der Adventszeit oft zusammenzusitzen und zu spielen. Ich nehme mir morgens immer einen Moment der Besinnung, denke über ein Bibelwort nach.

Wie wichtig sind Ihnen Weihnachtsgeschenke?

Kropf-Brandau: Wichtig. Und zwar nicht die riesig großen. Darum geht’s mir gar nicht. Aber ich schenke wirklich leidenschaftlich gern. Für mich hat das damit zu tun, dass dieses Kind in der Krippe ein einzigartig wunderbares Geschenk Gottes ist. Wenn ich jemandem etwas schenke und sehe die Freude in seinem Gesicht, dann ist das immer so wie ein Abglanz.

Was ist Ihnen an Weihnachten besonders wichtig?

Kropf-Brandau: Dass wir das Bewusstsein dafür nicht verlieren, wer da eigentlich geboren ist und warum. Und indem Gott Mensch wurde, dürfen wir Menschen uns auch so annehmen, wie wir sind. In unseren ganzen Schwächen und mit unseren Gebrechen. Gott ist diesen Weg gegangen. Darum sind wir da nicht alleine. Das finde ich einen wunderbaren Gedanken.

Worauf freuen Sie sich an Weihnachten?

Kropf-Brandau: Erst mal freu’ ich mich, dass die Familie wieder komplett ist, dass unsere große Tochter nach vielen Wochen mal wieder nach Hause kommt. Ich freu’ mich auf den Gottesdienst in der Stadtkirche.

Und ich freu’ mich auch tatsächlich auf das Fest mit allem, was dazu gehört: Weihnachtsbaum, Geschenke, sich Zeit nehmen, die Weihnachtskarten zu lesen, Mit der Familie zusammenzusitzen.

Von Christine Zacharias

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