Rotenburgs neuer Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) zog ins Rathaus ein

Einstieg mit rotem Karton

Ein Bürgermeister packt aus: In einem knallroten Karton hatte Rotenburgs neuer Verwaltungschef Christian Grunwald (CDU) gestern Schreibtischutensilien und Bücher zum Amtsantritt mit ins Rathaus gebracht. Fotos: Steinbach

Rotenburg. Mit einem großen, knallroten Karton in den Händen kam Christian Grunwald gestern Morgen um 7.30 Uhr ins Rotenburger Rathaus. Der neue Bürgermeister hatte seine Schreibtischutensilien gleich mitgebracht. Und ein paar Bücher. Darunter das Fachbuch „1-2-3 Schuldenfrei“, ein Geschenk der Stadtverordnetenfraktion der Unabhängigen Bürger Rotenburgs. Christdemokrat Grunwald hat bereits darin gelesen. Auf seinem Aufgabenzettel steht auch der Abbau städtischer Schulden.

Drei Mitglieder der CDU-Fraktion nahmen den Bürgermeister samt Karton in Empfang. Peter Müller, Heinz Schlegel und Adolf Iba überreichten eine ahle Wurscht und wünschten dem neuen Verwaltungschef viel Kraft für seine künftige Arbeit.

Um 9 Uhr hatte Grunwald die städtischen Mitarbeiter zum Treffen eingeladen. Über 100 von insgesamt 140 waren gekommen. Es gab den Dank an die Kollegen im Rathaus von der Ersten Stadträtin Ursula Ender (CDU), die im Urlaub des scheidenden Bürgermeisters Manfred Fehr (SPD) die Amtsgeschäfte geführt hatte. Und es gab die Botschaft des neuen Mannes an der Spitze: „Wir sind ein Team.“ Offen miteinander umzugehen, das wünschte sich Grunwald von seinen Mitarbeitern.

Keine Parteipolitik

Und der neue Bürgermeister, der gestern bewusst auf eine Krawatte verzichtet hatte und sich nicht scheute, mit rotem Karton ins Rathaus zu kommen, machte klar, dass die politische Farbenlehre für ihn im Hinblick auf das Personal keine Rolle spielt. Ihn interessiere das Fachwissen und die Motivation eines Mitarbeiters, sagt Grunwald, „aber definitiv nicht irgendeine Parteizugehörigkeit.“ Und er verspricht: „Ich werde kein parteipolitisches Personalkarussell anstoßen.“

Um 11.30 Uhr folgte die erste Dienstbesprechung. Es ging um den geplanten Anbau für den städtischen Kindergarten in Lispenhausen. Da war der rote Karton längst ausgeräumt und der Schreibtisch arbeitsfähig ausgestattet. Christian Grunwald, neuer Bürgermeister der Stadt Rotenburg, hat sein Amt übernommen.

Das bedeutet „Arbeit und Stress“, sagt er: „Aber ich will die Zeit auch genießen.“ Er will mit Idealismus und Engagement für seine Heimatstadt arbeiten. „Ich habe keine Angst vor der Aufgabe“, versichert er.

Von Jörg Steinbach

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