Die Kreisfrauenbeauftragte Dr. Andrea Fink-Jacob wechselt in die Volkshochschule

Einsatz für gleiche Rechte

Eine Liste mit offenen Baustellen hinterlässt die Frauenbeauftragte Dr. Andrea Fink-Jacob ihrer Nachfolgerin, wenn sie zu Beginn des Jahres an die Volkshochschule wechselt. Aber auch eine Reihe von gut funktionierenden Netzwerken. Foto:  Zacharias,

Hersfeld-Rotenburg. Nur wenige Zettel hängen noch an der großen Pinnwand neben dem Schreibtisch von Dr. Andrea Fink-Jacob. Dafür stecken große Mengen bunter Nadeln im blanken Kork. Die Frauenbeauftragte des Kreises Hersfeld-Rotenburg wendet sich neuen Aufgaben bei der Volkshochschule zu, nachdem sie sich elf Jahre und elf Monate für die Gleichstellung von Frauen und Männern im Kreisgebiet eingesetzt hat.

Diese Aufgabe ist nicht immer leicht gewesen und hat mitunter kräftig Reibung verursacht. Das geschah vor allem immer dann, wenn sich an einem Status Quo auf Wunsch der Frauenbeauftragten etwas ändern sollte. Mitunter geriet sie auch in die Rolle der Meckerin, wenn sie anmahnte, dass die Beteiligung der Frauenbeauftragten an Entscheidungen doch bitte zu einem Zeitpunkt passieren sollte, wo noch etwas verändert werden kann.

Herzensangelegenheit

Der Einsatz für die Gleichstellung ist Andrea Fink-Jacob zur Herzensangelegenheit geworden und wird es auch bleiben. Und schließlich, so lacht sie, entstehe durch Reibung auch Wärme. Es freut sie, wenn ihr hartnäckiges Bohren für die Gleichberechtigung und für die Belange von Frauen, doch Erfolge gezeigt hat.

Die sind oft nicht spektakulär. Doch die Frauenbeauftragte findet es schon positiv, wenn inzwischen in Gremien einer der Männer „ihre“ Fragen stellt und wissen möchte, wie sich zum Beispiel eine Entscheidung auf Frauen und Männer auswirkt. Dann merkt sie, dass sich in den Köpfen etwas verändert.

Größere Schritte im Kampf gegen Gewalt in der Familie gelangen mit dem Runden Tisch gegen häusliche Gewalt, der vor zehn Jahren mit ihrer Unterstützung ins Leben gerufen wurde und der Beratungsstelle Dialog für die Täter. Dass deren Finanzierung nicht dauerhaft gesichert ist, das ist eine der offenen Baustellen, die die Frauenbeauftrage ihrer Nachfolgerin hinterlässt.

Funktionierende Netzwerke

Was sie ebenfalls hinterlässt, das ist eine ganze Reihe von funktionierenden Netzwerken.

Der runde Tisch ist so eines, das Frauennetzwerk ein weiteres. Das wurde zwar schon vor Andrea Fink-Jacobs Amtszeit von engagierten Frauen gegründet, doch ist es unter anderem ihrer Mitwirkung und ihrer sachlichen Art zu verdanken, dass früher vorhandene Konflikte zwischen verschiedenen Frauenorganisationen ohne großes Aufheben einfach beigelegt wurden und im Netzwerk nun Frauen ganz unterschiedlicher Ausrichtung und politischer Überzeugung zusammenarbeiten.

Von Christine Zacharias

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