Arbeiten an Weihnachten: Bei Polizei, Krankenhaus, Rettungsdienst und Bahnhofsmission

Im Einsatz für Andere

Einsatz für Patienten: Das Team der Unfallambulanz im Klinikum Bad Hersfeld mit (von links) Prokurist Wilfried Imhoff und Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt.

Bad Hersfeld. „Polizeistation Bad Hersfeld, guten Tag“. In Stadt und Landkreis machen die Menschen ihre letzten Einkäufe, bereiten das Essen vor, fiebern Kinder der abendlichen Bescherung entgegen. Bei Michael Kroehnert und Peter Zier in der Wache der Bad Hersfelder Polizeistation an der kleinen Industriestraße klingeln die Telefone und aus den Funkgeräten dringen Stimmen ihrer Kollegen in den Streifenwagen.

Überall dort, wo andere auf Hilfe brauchen, ist der heilige Abend ein Arbeitstag. Für die Polizeibeamten unterschied der sich bisher kaum von jedem anderen. Nichts außergewöhnliches, aber gut zu tun: Zwei Einbrüche am frühen Morgen, ein beschädigtes Auto, ein Feuer und ein besorgter Anrufer, der eine tote Katze gefunden hat.

Weihnachtsbesuch

Gegen Mittag trifft Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt ein, um den Beamten frohe Weihnachten zu wünschen. Dass der Chef der Kreisverwaltung diejenigen, die an Heiligabend für andere im Einsatz sind, besucht, hat Tradition.

Neben der Polizeistation stehen in Bad Hersfeld das Klinikum, die Bahnhofsmission, die Rettungsleitstelle und die Rettungswache im Landratsamt auf seiner Besuchsliste. Unfälle und Krankheiten machen auch vor den Feiertagen nicht halt. So hat auch die Unfallambulanz im Klinikum am Heiligabend kontinuierlich zu tun.

Dennoch sind die Rahmenbedingungen in diesem Jahr vergleichsweise gut. „Wir haben dieses Jahr keinen Schnee und kein Glatteis. Deshalb hoffen wir auf weniger Stürze und Knochenbrüche“, erklärt Chirurgin Isabelle Schmitt.

Richtig ins Schwitzen kommt derweil Karsten Hess vom gleichnamigen Landgasthaus aus Aua. Bei der Bahnhofsmission serviert er für Bedürftige Suppe, Schweinebraten und Nachtisch, der von den Ehrenamtlichen der ins Nebenzimmer getragen wird.

Dort sitzen gut 40 Wohnungslose und Alleinstehende mit kleinem Einkommen dicht gedrängt und mit glücklichen Gesichtern. Mit einer Andacht von Pfarrer Simon Leinweber hatte die Weihnachtsfeier begonnen, am Ende bekommen alle Gäste noch eine Tüte mit Lebensmitteln auf den Weg, erklärt die Leiterin der Bahnhofsmission Silvia Hemel.

Schon seit einer halben Ewigkeit kocht Hess an heiligen Abend unentgeltlich für die Bahnhofsmission, wie lange genau, weiß er selbst nicht. Einem Mann, der vergessen hatte, sich zur Feier anzumelden, packt der Gastronom kurzerhand eine Portion für Zuhause ein. „Es ist Weihnachten, da kann ich doch niemanden wegschicken“.

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