15 Prozent Anstieg innerhalb von zehn Jahren

Einsätze der Retter steigen ohne Ende

Hersfeld-Rotenburg. Immer öfter rückt im Kreis Hersfeld-Rotenburg der Rettungswagen aus, während die Zahl der Notarzteinsätze leicht rückläufig ist. Das erklärte auf Nachfrage Dieter Pfaff, beim Kreis zuständig für den Rettungsdienst. So steigt die Zahl der Rettungsdiensteinsätze jedes Jahr weiter an, innerhalb der vergangenen zehn Jahre um fast 15 Prozent auf 23 500 im vergangenen Jahr.

Dies ist auch vor dem Hintergrund der sinkenden Bevölkerungszahl bemerkenswert, die seit dem Jahr 2000 um 11 000 auf unter 120 000 gesunken ist. Trotzdem ist die Zahl der Rettungsdiensteinsätze fast jedes Jahr weiter gestiegen, erklärten Pfaff und Elke Hildebrand, Mitarbeiterin im Landratsamt.

Die Menschen würden älter und vorsichtiger, sagte Pfaff, doch könne man über die weiteren Gründe von immer mehr Einsätzen nur spekulieren. Einen Notfall heute hätte man vor 20 Jahren noch nicht als einen solchen eingestuft. Je nach Symptomen entscheidet der Disponent in der Leitstelle im Kreishaus.

In der Leitstelle rufen laut Pfaff auch täglich Menschen an, die unter der Nummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117 gewartet haben und die Nachricht erhielten, dass sie auf Platz 17 oder 25 stünden. Das verstünden manche nicht. Ob diese neue bundeseinheitliche Telefonnummer ein Grund für den Anstieg der Einsätze ist, wollte Pfaff nicht bestätigen. Hier warte man noch das erste Jahr der neuen Nummer ab, bevor eine Bilanz gezogen werde.

Man verweise auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, wenn es sich nicht um einen Notfall handele. Ein solcher könne aber erst ausgeschlossen werden, wenn ein Arzt zugezogen werde, sagte Rettungsassistent Jörg Göbel. So könnten starke Bronchitis und Atemnot auch ein Hinweis auf ein Lungenödem sein und zu Atemstillstand führen, nannte er ein Beispiel.

ZUM TAGE, SEITE 4

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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