Eins plus eins ist mehr als zwei

In ihrem Heimatort Konnefeld zählte die heutige Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar 1988 zu den Begründern der dortigen Jugendfeuerwehr. Infiziert mit dem Feuerwehrvirus hatte sie sich aber schon einige Jahre zuvor bei ihrer Cousine in Aua. „Die hat mich dort mal mit zur Jugendfeuerwehr mitgenommen, und ich war sofort begeistert von dem Teamgeist, der dort herrschte“, erinnert sich Tanja Dittmar.

Nach dem Abitur an der Jakob-Grimm-Schule in Rotenburg 1993 wechselte sie an die Gesamthochschule Kassel, um dort Architektur zu studieren. Nach dem Diplom arbeitete Dittmar als Architektin in Leipzig, ehe sie bei einem Besuch der Feuerwehr in Konnefeld von einem Freund, der heute ebenfalls Berufsfeuerwehrmann ist, den Tipp bekam, sich für den Feuerwehrdienst zu bewerben.

Gesagt, getan: Die Landesfeuerwehrschule Münster nahm sie an, und am 1. Juli 2002 startete ihre Grundausbildung bei der Berufsfeuerwehr in Dortmund: „Das war körperlich sehr anstrengend. Ich habe jeden Tag zweimal warm gegessen und kein Gramm zugenommen“, erinnert sie sich. Weitere Ausbildungsstationen waren Ahlen und Duisburg. Nach dem Abschluss am 19. Dezember 2003 arbeitete Dittmar noch bis Ende 2005 als Dozentin in Münster.

Bewerbung erfolgreich

Zwischenzeitlich hatte sie sich bei der Berufsfeuerwehr in Mülheim an der Ruhr beworben und das Auswahlverfahren überstanden. Von nun an war sie jeweils auf halber Stelle in der Einsatzleitung und im vorbeugenden Brandschutz tätig.

Als Feuerwehrfrau liegt es ihr natürlich am Herzen, viele andere Frauen für das Feuerwehrwesen zu begeistern. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg gibt es aktuell 268 aktive Frauen. Ihr Hobby ist natürlich eng mit der Feuerwehr verbunden. Dittmar ist Gründungsmitglied des Netzwerks feuerwehrfrauen.de. Bis 2011 war sie dort zweite Vorsitzende. „Mittlerweile bin ich nur noch Mitglied, weil ich keine Zeit mehr habe. An diesem Wochenende fahre ich aber nach Bochum zu einem Kongress für Feuerwehr-Frauen. An diesem Fortbildungsprogramm nehmen bis zu 100 Frauen teil. Da wird viel geboten wie Höhenrettung und Ausbildungscontainer. Aber auch Referate zu Frauen und Ehrenamt stehen auf dem Plan.“

Gemischte Teams

Ohnehin ist Dittmar der Auffassung, dass Frauen in der Feuerwehr keineswegs das schwache Geschlecht seien. Vielmehr sei bei gemischten Team eins plus eins mehr als zwei. „Gemischte Teams im Einsatz sind schlagkräftiger. Das habe ich während meiner bisherigen Dienstzeit so immer erlebt.“ Und selbst bildet sie mit ihrem in Alheim lebenden Freund eigentlich auch ein gemischtes Einsatz-Doppel. Der ist zwar kein Feuerwehrmann, steht aber als Polizist in Rotenburg ebenfalls im Dienste der Allgemeinheit.

Von Mario Reymond

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