Schrankenanlage als Lösungsvorschlag für die Parkplätze auf dem Bad Hersfelder Markt

Einmal rein, zweimal raus

Der Premium-Parkplatz der Stadt Bad Hersfeld, doch ausgerechnet auf dem Markt funktioniert das Parkleitsystem nur fehlerhaft. Jetzt wird über eine Schrankenanlage wie bei einem Parkhaus oder über den kompletten Rückbau nachgedacht. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Wenn die Nutzung der Parkfläche auf dem Bad Hersfelder Marktplatz künftig durch eine Schrankenanlage geregelt werden soll, dann kostet das nicht nur eine sechsstellige Summe für die Einrichtung, sondern auch gut 60 Stellplätze. Doch nach dem Dauer-Ärger mit dem vor fünf Jahren eingeführten, mehrfach modifizierten, aber weiter fehlerhaften Parkleitsystem an dieser Stelle ist auch das bisher Undenkbare eine überlegenswerte Alternative geworden.

Eine zweite Variante stellte Martin Bode, Fachbereichsleiter Technische Dienste bei der Stadt Bad Hersfeld, im Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt in genauso nüchternen Worten vor: Kompletter Rückbau des gegenwärtigen Systems, doch auch der kostet richtig viel Geld.

Über genaue Zahlen lässt sich so oder so gegenwärtig nur spekulieren, weil die Stadt mit dem Lieferanten des Systems, der Firma Siemens, derzeit über noch bis November dieses Jahres geltend zu machende Gewährleistungsansprüche verhandelt.

Die jetzt vorgestellte Schranken-Variante sieht eine Zufahrt zum Parkraum in Höhe des L’Hay-les-Roses-Platzes vor. Die Einlassschranke würde jedoch erst an der Ecke Kaplangasse positioniert, um bei großem Andrang ausreichend Stauraum zur Verfügung zu haben.

Zwei beschrankte Ausfahrten sollen nach diesem Plan an der Ecke zur Oberen Frauenstraße eingerichtet werden.

Die Zahl der Stellplätze würde dadurch von momentan 253 auf 190 sinken. Weitere 35 Parkboxen befinden sich im Bereich um die Feuergrube. Sie bleiben unangetastet.

Vorgesehen ist weiter, die Berechtigungsscheine für Anwohner künftig restriktiver zu vergeben. Derzeit verfügen 130 Autofahrer über eine „Dauerkarte“ für den Markt, für die sie jährlich nur 30,70 Euro bezahlen müssen. Der Schein beinhaltet zwar kein Anrecht auf einen bestimmten Platz, ist aber zeitlich unbeschränkt.

Das Bemühen um eine Verbesserung der Situation auf dem Markt, ist eine unendliche Geschichte. Der Einbau von doppelten Induktionsschleifen an den Ein- und Ausfahrten der fünf Parkgassen hat die Fehlerquote zwar auf unter ein Prozent gedrückt, doch auch das bedeutet, dass die grünen und roten Anzeigen oft weit von der tatsächlichen Belegung abweichen. Derzeit gleichen städtische Mitarbeiter dreimal täglich den Ist-Zustand mit der Anzeige ab und korrigieren den Rechner per Handarbeit.

Von Karl Schönholtz

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