Flächen im Kreis klein – Biogas läuft gut, Getreidepreis ist hoch

Einkommen der Bauern höher, aber kein Jubel

Friedhelm Diegel

Hersfeld-Rotenburg. Die Bauern verdienen wieder mehr - diese Aussage von Bauernpräsident Gerd Sonnleitner gilt für den Kreis Hersfeld-Rotenburg nur eingeschränkt. Im Vergleich zum Vorjahr 2010 stehen die Landwirte sicher besser da, erklärte Friedhelm Diegel, der Vorsitzende des Kreisbauernverbands.

Erlösten die Landwirte im schwierigen Jahr 2010 nur zwischen 13 und 16 Euro pro 100 Kilo Weizen, waren es im Jahr 2011 zwischen 16 und 22 Euro. Allerdings gibt es im Kreis kaum reine Ackerbaubetriebe, sondern aufgrund der kleinen Flächen eher Veredlungsbetriebe, etwa Schweine- und Geflügelmast. Diese wiederum mussten für Futtermittel höhere Preise zahlen, bekamen aber für ihre Tiere am Ende nicht mehr als zuvor. Einige Schweinemastplätze zum Beispiel blieben deshalb leer und die Landwirte verkauften lieber ihr fürs Futter vorgesehene Getreide zu dem guten Preis.

Entsprechend verhalten ist die Nachfrage nach Ferkeln. Die Ferkelerzeuger seien das schwächste Glied in der Kette, erklärte Diegel. Für manche Landwirte sei die Biogasschiene der rettende Anker. In dieser Branche laufe es gut. Denn hier habe man eine sichere Einnahmequelle über 20 Jahre hinweg, weil der Staat seine Hände mit im Spiel habe.

Auch hier gilt aber: „Bei uns im Kreis hinken wir da hinterher“, sagt der Vorsitzende vom Kreisbauernverband. Der Grund ist wieder die begrenzte Ackerfläche, die zudem von den Veredlungsbetrieben benötigt wird. Im Kreis sei man nicht so großflächig aufgestellt, um nachwachsende Rohstoffe im großen Stil anbauen zu können. Deshalb verlaufe hier die Entwicklung auch etwas langsamer als in anderen Landesteilen. „Aber wir schlafen nicht“, betont Diegel.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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