24-Jähriger bekommt zwei Jahre Haft auf Bewährung

Einkaufstour mit falschen Fünfzigern

Symbolbild

Bad Hersfeld. Weil er wiederholt mit gefälschten Fünfzigern einkaufen ging, ist ein 24-jähriger Hersfelder zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Sein zwei Jahre jüngerer Gehilfe wurde vom Schöffengericht des Amtsgerichts Bad Hersfeld mit sechs Monaten auf Bewährung bestraft, die Ex-Freundin des Haupttäters kam mit einer Verwarnung davon.

Laut seiner Aussage hatte der 24-jährige Angeklagte das Falschgeld im Februar 2011 von einem namenlosen Bekannten erhalten. Insgesamt wechselten 900 Euro in 50-Euro-Scheinen den Besitzer. In den darauffolgenden Tagen gingen die Angeklagten dann mit den Blüten auf ausgiebige Einkaufstour. In verschiedenen Geschäften in Bad Hersfeld und Kirchheim bezahlten sie Kleinigkeiten für ungefähr fünf Euro mit den Scheinen. Das echte Wechselgeld behielt der 24-Jährige, während für die anderen beiden ein Paar Ohrringe oder eine Getränkedose heraussprangen.

Auch deshalb entschied das Gericht, die Helfer eher milde zu bestrafen. „Sie wurden klar angestiftet“, resümierte Richter Rolf Schwarz. Dass die 21-Jährige nicht wusste, dass der Vater ihres Kindes sie mit Falschgeld einkaufen ließ, glaubte ihr das Gericht allerdings nicht.

Wie ein Gutachten des deutschen Falschgeldzentrums belegt, handelt es sich bei den verteilten Fünfzigern um professionelle Fälschungen, die seit 2003 im Umlauf sind. In 16 Fällen nahmen die Kassierer das wertlose Geld auch anstandslos an. Nur in einer Bäckerei und einer Tankstelle erkannte man den Betrugsversuch.

Zusätzlich zur Geldfälschung wurde der 24-jährige Haupttäter auch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. In einer Hersfelder Bar hatte er einem Gast einen Stuhl in den Nacken geschlagen. Trotz weiterer Vorstrafen gewährte ihm das Gericht eine weitere Chance auf Bewährung. Auch deshalb, weil er 500 Euro des Schadens inzwischen zurückgezahlt hat.

HINTERGRUND

Von Saskia Trebing

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