Festakte in Bad Hersfeld und Bad Salzungen

Die Einheit als täglicher Auftrag

Ein Violinen-Trio der Musikschule des Landkreises Hersfeld-Rotenburg unter der Leitung von Wolfram Waldeck (Mitte) verlieh der Einheitsfeier in Bad Hersfeld den würdigen musikalischen Rahmen. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. „Die Wiedervereinigung ist ein Auftrag, der uns täglich fordert“, sagte Bad Hersfelds amtierender Bürgermeister, Erster Stadtrat Lothar Seitz, gestern beim ersten Teil des Festaktes zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit, den Bad Hersfeld gemeinsam mit seiner thüringischen Partnerstadt Bad Salzungen feierte. Denn in und um die dortige Kirche ging es am Nachmittag nach dem Auftakt in der Hersfelder Stadthalle weiter.

Lothar Seitz beschrieb in seiner Ansprache die durch die Teilung bedingte Zerrissenheit der Deutschen im Privaten, in der Wirtschaft und in der Kultur, ehe er den „außerordentlichen Mut der Menschen in der DDR“ bei ihren friedlichen Protesten lobte und die Unterstützung der Großmächte und der europäischen Nachbarn bei der Wiedervereinigung würdigte.

Sein Bürgermeister-Kollege Klaus Bohl bezeichnete die Wiedervereinigung als „Sieg der Freiheit und Demokratie über Diktatur und Unfreiheit.“ Der 3. Oktober sei deshalb Anlass zum Feiern, aber auch zum Innehalten.

Als „augenscheinlichste Veränderungen“ der letzten beiden Jahrzehnte nannte Bohl in Bad Hersfeld die Gewerbegebiete mit den Logistikern und in Bad Salzungen das verschönerte Stadtbild sowie ein leistungsstarkes Kur- und Gesundheitsangebot.

Lesungen aus den „Leipziger Protokollen“ von Reinhard Bernhof, Mitbegründer des Neuen Forums, und aus dem Roman „Adam und Evelyn“ von Ingo Schulze erinnerten an die Zeit der Wende.

Für die musikalische Umrahmung der leider nur mäßig besuchten Feier war ein Violin-Trio der Kreismusikschule zuständig. (ks)

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