Agentur für Arbeit zeichnet die Elektro Hess Gmbh mit Ausbildungszertifikat aus

Einfach eine Chance geben

Strippen ziehen: Bauleiter Jens Diebel (links) und Azubi Friedrich Dercho von der Firma Elektro Hess verlegen Kabel auf der Großbaustelle am Schilde-Park. Foto: Shuhaiber

Bad Hersfeld. Elektriker-Azubi Friedrich Dercho grinst über beide Ohren. Er ist Lehrling im ersten Ausbildungsjahr bei der Hersfelder Firma Elektro Hess GmbH. „Ich habe über die Agentur für Arbeit ein Aufbauseminar gemacht“, sagt der 23-Jährige. Während des Seminars absolvierte er ein vierwöchiges Praktikum bei seinem jetzigen Arbeitgeber. Dann ging alles ganz schnell. Nachdem er einen Monat als Hilfsarbeiter bei Elektro Hess weitere praktische Erfahrungen sammeln konnte, begann er vor einem dreiviertel Jahr seine Ausbildung als Elektriker: „Ich bin sehr glücklich, das Handwerk hat mich schon immer begeistert“, sagt er.

Gute Personalpolitik

Friedrich Dercho ist Beweis für die engagierte Nachwuchsarbeit der Firma Elektro Hess. Diese wurde zum gestrigen Tag des Ausbildungsplatzes mit dem Ausbbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit ausgezeichnet. Von der Vorbildlichkeit des Unternehmens ist auch der Hersfelder Agenturleiter Matthias Oppel überzeugt: „Hier erhalten nicht nur Einser-Kandidaten eine Chance, auch Hauptschüler sind im Unternehmen willkommen. Demografischer Wandel und Fachkräftemangel führten zunehmend zu einer Verknappung am Ausbildungsmarkt. Dies habe Geschäftsführer Frank Detlef Meier erkannt und sich mit seiner beispielhaften Personalpolitik die Auszeichnung mehr als verdient.

Handwerkliches Geschick

Für Unternehmer Meier ist handwerkliches Geschick besonders wichtig: „Ich schaue auf die Kopfnoten, das Engagement und die praktischen Fähigkeiten der Berwerber.“ Der Geschäftsführer will Jugendlichen aus der Region eine berufliche Perspektive bieten und sie im Landkreis halten. Ihm ist es wichtig, das oftmals schlechte und antiquierte Vorurteil über das Handwerk aus den Köpfen der Gesellschaft zu vertreiben. Auch Agenturleiter Oppel will das Image des Handwerks stärken. Noch vor wenigen Jahren habe es mehr arbeitssuchende Jugendliche als Lehrstellen gegeben. Doch schon jetzt können sich viele den Luxus, nur die Besten einzustellen, nicht mehr leisten: „Wir erleben eine Trendwende am Arbeitsmarkt, Unternehmen müssen sich überlegen, wie sie mit der neuen Herausforderung umgehen.“ Um zukünftig freie Stellen zu besetzen, müssen mehr Jugendliche die Chance auf eine Ausbildung bekommen.

Das Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit wird seit 1996 verliehen. In der Region wurden dieses Jahr auch die Rotenburger Metallwerke und die Firma Stiebel Eltron am Tag des Ausbildungsplatzes ausgezeichnet.

Von Alia Shuhaiber

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