Chloridkonzentration im Trinkwasser liegt aktuell an Messstellen unter dem Grenzwert

Einen Brunnen im Blick

Das Trinkwasser in der Region ist derzeit uneingeschränkt zu verwenden. Das gilt auch für das Wasser am Trinkbrunnen im Bad Hersfelder Kurhaus, wo dieser Schnappschuss entstand. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Die Verlängerung der Laugen-Versenkerlaubnis ins Plattendolomit für K+S im Kalirevier an der Werra bis zum 30. November 2015 schlägt seit einigen Tagen hohe Wellen.

Trotz Bedenken von Fachleuten des Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) habe die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) im Herbst 2014 nach einem Bericht des Magazins Der Spiegel die Einwände ignoriert.

Die Fachleute hätten davor gewarnt, dass neben Heilquellen im Raum Bad Hersfeld rund ein Dutzend Trinkwasserbrunnen durch die Abwasserversenkung bei K+S im Werk Werra kurzfristig unbrauchbar werden könnten.

Aktuellste Messungen

Diese Befürchtungen werden durch die aktuellsten Messungen der in Bad Hersfeld ansässigen Umweltabteilung des Regierungspräsidiums nicht gestützt. Danach wird an keinem der Messpunkte der zulässige Grenzwert von 250 Milligramm pro Liter Trinkwasser (mg/l) erreicht. Hier die aktuellsten Messergebnisse:

• Gemeinde Hauneck, Brunnen Eitra: 152 mg/l gemessen am 3. November 2014.

• Stadtwerke Bad Hersfeld: Brunnen Kathus: 25 mg/l (4. November 2014).

Quellen Hermannshof bei Sorga: 61 mg/l (4. November 2014).

Brunnen 1, Friedloser Straße: 110 mg/l (17. Juni 2014)

Brunnen 2, Friedloser Straße: 121 mg/l (17. Juni 2014)

Brunnen 3, Friedloser Straße 3: 56 mg/l (17. Juni 2014)

Brunnen 4, Friedloser Straße: 86 mg/l (17. Juni 2014)

• Wasserbeschaffungsverband Ost: Brunnen III Gißlingskirche: 60 mg/l (4. November 2014).

Brunnen IV Glasbachsrück: 54 mg/l (4. November 2014).

• E.on/Philippsthal: Brunnen Ulstertal, Mansbach: 64 mg/l (6. November 2014)

Brunnen Meiselsgraben, Mansbach: 108 mg/l (6. November 2014

• Gemeinde Ludwigsau: Tiefbrunnen Mecklar: 77 mg/l (11. September 2013). Das HLUG ist bei der Betrachtung der vorgenannten Quellen und Brunnen im Juli 2014 dennoch zu folgendem Schluss gekommen: Die Auswertung der aktuellen Situation des zur Trinkwassergewinnung genutzten Grundwassers im Werra-Kaligebiet zeigt, dass für die derzeit in Betrieb befindlichen Gewinnungsanlagen aufgrund der hydrochemischen Rohwasserbeschaffenheit im Moment keine Nutzungseinschränkungen bestehen.

Eine Ausnahme bildet der Tiefbrunnen Eitra, dessen Grundwasser steigende und stark schwankende Chloridkonzentrationen aufweist, die teilweise bereits den Grenzwert der Trinkwasserverordnung deutlich überschreiten. Anhand weiterführender Untersuchungen sollten die Zusammenhänge zwischen Förderrate und Mineralisation des Grundwassers geprüft werden. Anschließend ist zu entscheiden, ob eine Begrenzung der Grundwasserentnahme aus dem Tiefbrunnen Eitra zum vorsorglichen Schutz der Trinkwasserversorgung notwendig wird.

Für das Regierungspräsidium stellt Pressesprecher Michael Conrad fest, dass aktuell in keinem Fall eine Gefahr für das Trinkwasser bestehe.

Für die erhöhten Chloridwerte seien vermutlich andere Einträge als das verpresste Salzabwasser aus der Kali-Industrie verantwortlich.

Von Mario Reymond

Kommentare